|
210) Kleinere Schriften XII 1) Sicherheit oder Angst? 2) Ein guter
Schriftsteller … 3) Jetzt kann ich gehen. 4) Es ist leichter, … 5) Land und
Glaube 6) Nicht der Staat
Learn
languages (via Skype): Rainer: + 36 20 549 52 97 or + 36 20 334 79 74
|
|
------------------------------
|
|
210
Kleinere Schriften XII
1) Sicherheit oder Angst?
2) Ein guter Schriftsteller
…
3) Jetzt kann ich gehen.
4) Es ist leichter, …
5) Land und Glaube
6) Nicht der Staat …
Sicherheit oder Angst?
In meiner Qualität als
Sprachlehrer begebe ich mich, wenn der Schüler oder dessen Eltern oder
Unternehmen es wünschen und auch zahlungsbereit sind, auch manchmal vor Ort,
das heißt: in die Wohnung oder das Büro des zu unterrichtenden.
Mein Weg sollte mich diesmal
in einen besonders exklusiven Teil der Stadt führen. Gemäß meiner Gewohnheit
komme ich auch nie zu spät, vor allem, wenn ich den Weg nicht genau kenne,
nicht weiß, wie stark der Verkehr ist. So stand ich also zwanzig Minuten zu
früh vor dem Haus. Zehn Minuten vor der Stunde zu klingeln, ist meines
Erachtens kein großes Problem, aber zwanzig ist bedeutend zu früh. Ich
schaute mir die Klingeln mit den Namen genauer an, um sicher zu sein, dass es
auch das richtige ist und entschloss mich, noch eine Runde zu machen und eine
Zigarette zu drehen.
In zehn bis fünfzehn Minuten
hatte ich mich ein paar hundert Meter entfernt und war auch wieder
zurückgekehrt. Nun drückte ich den Knopf mit dem entsprechenden Namen, musste
überhaupt nicht lange warten, bis mir geöffnet wurde, und trat ein. Das
Hoftor war hinter mir ins Schloss gefallen, ich stand vor der Haustür und
suchte den Knopf für die Eingangstür, als hinter mir ein Mann das Gartentor
mit einem Schlüssel öffnete. Wir gingen zusammen ins Haus und in den Lift.
Wortlos drückte er auf den Knopf für den dritten Stock und wir fuhren hinauf.
Als ich ausstieg erwartete mich der Vater der Schülerin schon an der
Wohnungstür. Ich weiß nicht genau, wer der Mann war, der mich begleitet
hatte, aber vermute, dass er ein Angestellter eines privaten
Sicherheitsunternehmens war. Wahrscheinlich sind dort die ganze Straße, der
Hof, der Garten und vielleicht auch die Wohnungen mit Kameras versehen.
Sicherheit oder Angst?
Bei der
Fußballweltmeisterschaft in Südafrika oder der Olympiade in Brasilien kamen
die Touristen mit dem Flugzeug, wurden mit Sonderbussen zuerst zum Hotel und
dann jeden Tag zu den Stadien gebracht. Vom Land selbst sahen sie nichts,
weil es angeblich zu gefährlich war. In den Stadien gab es keine
Einheimischen, weil die Eintrittskarten für sie zu teuer waren.
Sicherheit oder Angst?
Bald werden sie auf
Grönland, dem Südpol oder gar dem Mond kleine Städte mit Golfplatz,
Supermärkten und Erholungsparks unter Glaskuppeln bauen, weil dorthin
bestimmte keine gefährlichen oder fremden Leute kommen.
Sicherheit oder Angst?
Sie werden alles nur mit
Bankkarte bezahlen, damit man ihr Geld nicht stehlen kann. Unter ihrer Haut
werden sie einen Chip tragen, damit sie nicht verloren gehen.
Sicherheit oder Angst?
Und dann werden sie einen
Hitler, Mussolini, Horthy oder Orbán unterstützen, der sie und ihre Rasse
beschützen soll.
Das ist dann ihr goldener
Käfig! Aus Sicherheit oder Angst? Wer weiß, ob sie selbst das wirklich
wollen.
Ein guter Schriftsteller hat
es nicht nötig, andere zu zitieren, er selbst verfügt über genügend eigene
Gedanken und Vorstellungen!
Jetzt kann ich gehen.
Ich habe gelacht und
geweint, geliebt und gehasst, manchmal getrennt oder beides zusammen.
Ich habe vieles vollbracht
und nichts vollendet, weil die Geschichte der Menschheit, deren Teil ich bin,
weitergeht.
Ich kann zufrieden gehen.
Es ist leichter, wenige
Stimmen zum Stillschweigen zu bringen, als gegen eine allgemeine Ungerechtigkeit
aufzustehen.
Hast du Land und Glauben, so
hast du Grenzen, die die Flügel zu den Gedanken stutzen.
Nicht der Staat soll die
Bürger kontrollieren, sondern die Bürger müssen die Macht des Staates eingrenzen.
Der Staat hat eine wichtige Funktion
der Verwaltung, aber regieren sollen die Bürger.
Vor dreitausend Jahren
brauchten wir einen der dachte und dreißigtausend, die die Pyramide bauten.
In der Zukunft werden wir dreißigtausend brauchen, die denken, weil die
Maschinen die Arbeit übernehmen werden.
|
|
-----------------------------------------------
|
|
--------------------------------------------------
|
|
-------------------------------------------------
|
|
---------------------------------------------------
|
|
|
Friday, 12 May 2017
Tuesday, 18 April 2017
209) Kleinere Schriften XI 1) Von der Schrift über den Buchdruck zum
Internet 2) Wenn der Abgrund … 3) Als
es noch kein Bewusstsein … 4) Ich habe einfach zu viel … 5) Die armen
Christen … 6) Luther, Marx, Wagner und die Juden … 7) Der Unmensch
Learn languages (via Skype): Rainer: + 36 20 549 52 97 or + 36 20 334
79 74
|
||
------------------------------
|
||
209 Kleinere Schriften XI
1) Von der Schrift über den
Buchdruck zum Internet
2) Wenn der Abgrund …
3) Als es noch kein
Bewusstsein …
4) Ich habe einfach zu viel
…
5) Die armen Christen …
6) Luther, Marx, Wagner und
die Juden …
7) Der Unmensch
Von der Schrift über den
Buchdruck zum Internet
Die Schrift war der erste Schritt,
die Welt gleichgerechter zu machen. Aber die Könige brachten die
Priesterorden in ihre Gewalt, dort wurde Schrift und Malerei unter Kontrolle
unterrichtet. Trotzdem konnten sie nicht verhindern, dass die Untertanen
langsam erwachten.
Dann kam in Europa der
Buchdruck und die Kirche gehörte zu den größten Schreiern, die ihre
Monopolposition des Buchkopierens gefährdet sah. Natürlich war zu einer
Druckerei viel Kapital nötig, die Mächtigen wurden zwar ein bisschen
zurückgedrängt, aber es gelang ihnen wieder, einen Damm gegen die
Gleichberechtigung zu errichten.
Und heute? Ich würde jedem
vorschlagen, einmal zu versuchen ein eigenes kleines Netz innerhalb des
Internets aufzubauen. Du stößt sehr schnell an Grenzen. Die Zahl der
Teilnehmer, an die du Kontaktanfragen schicken kannst, ist begrenzt. Und wenn
deine Einträge in diesen Portalen zu erfolgreich scheinen oder zu sehr den
genehmigten Meinungen widersprechen, werden weitere Kontaktanfragen unmöglich
gemacht, um die Verbreitung deiner Einstellung zu verhindern.
Von der kritischen Schrift
zum Buchdruck vergingen ungefähr zweitausend Jahre, Vom Buchdruck zum
Internet fünfhundert. Vielleicht sind wir gar nicht mehr so weit von der
absoluten Gleichberechtigung entfernt.
Aber wenn dieser Blog einmal
aus dem Internet verschwinden sollte, weißt du, lieber Leser, dass unsere
Zeit noch nicht gekommen ist.
Wenn der Abgrund kommt und
die Nacht dich verschlingt.
Wenn du keinen Schmerz mehr
fühlst, sondern nur noch Angst.
Du bist wie gelähmt und
wirst immer langsamer.
Als es noch kein Bewusstsein
gab, das war die Zeit, als alles nur einer Masse glich, zu der auch du
gehörtest.
Ich habe einfach zu viel
nachgedacht, weiß einfach zu viel, um als Leisetreter leben zu können!
Die armen Christen haben
keine Ahnung von Mathematik! Für sie sind drei noch immer eins.
Luther, Marx und Wagner
waren böse auf die Juden, weil diese richtigerweise feststellten, dass die
christliche Religion ein Heidentum ist, das drei Götter hat.
Der Unmensch
Was lässt sich auf diesem Bild
sehen? Eine künstlich eingestellte Situation. Jemand wollte darauf aufmerksam
machen, wie schädlich das Rauchen ist.
Aber was für ein Unmensch
ist das, der ein Kind quält, damit irgendein schreckliches Bild auf eine
Zigarettenpackung kommt?
|
||
-----------------------------------------------
|
||
--------------------------------------------------
|
||
-------------------------------------------------
|
||
---------------------------------------------------
|
||
|
|
Friday, 7 April 2017
|
208) Kleinere Schriften X 1) Du sollst nicht begehren deines nächsten
Weib! 2) Das Sprachenspiel
Learn languages (via Skype): Rainer: + 36 20 549 52 97 or + 36 20 334 79
74
|
|
------------------------------
|
|
208 Kleinere Schriften X
1) Du sollst nicht begehren
deines nächsten Weib!
2) Das Sprachenspiel
Du sollst nicht begehren
deines nächsten Weib!
Eine Gruppe von Nomaden
kommt zu einem Wasserloch in der syrischen Halbwüste. Seit Tagen waren sie
auf der Suche nach dem kostbaren Nass gewesen, und jetzt ist dort schon eine
andere Horde. Für beide ist hier kein Platz und nicht genug Wasser. Ein Kampf
entfacht sich. Der Verlierer muss meist nicht nur einen Teil seiner Tiere,
sondern auch das eine oder andere Mädchen abtreten. So oder ähnlich mag es
vor drei-vier tausend Jahren ausgesehen haben. Der Stärkste überlebte, der
Schwächere wurde ausgeraubt, getötet oder verdurstete. Auch der Führer einer
Gruppe hatte seine Position durch Kampf erlangt, alle Tiere und Frauen
gehörten ihm, die übrigen Männer waren seine Diener und Untertanen.
Dann kam die Kuh als
Haustier, eine wirtschaftliche Revolution. Mit ihrer Milch, Butter, Käse und
so weiter war ein Mann jetzt fähig, eine Frau und mehrere Kinder zu ernähren.
Aber so ein Tier ist anspruchsvoller, benötigt immer frisches Gras, Wasser,
einen Stall und kann nicht so große Strecken zurücklegen. Man musste sich
niederlassen. Die erste Welle zwischen Jordan und Mittelmeer waren die
Phönizier, dann die Juden und später die Palästinenser. Dörfer und kleinere
Städte entstanden. Man betrieb Landwirtschaft, baute Schutzwälle um die
Siedlungen gegen feindliche Nomaden, und Dämme für die Wasserversorgung. Das
ruhige Leben und der verhältnismäßige Reichtum brachte eine Umstrukturierung
und Demokratisierung der gesellschaftlichen Beziehung mit sich. Nun war es
nicht mehr nötig, dem anderen das Vieh oder Weib zu rauben, um zu überleben,
man war vielmehr auf die Hilfe und Zusammenarbeit des Nachbarn angewiesen.
Neue Gesetze wurden geschaffen: Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht
begehren deines nächsten Weib!
Das Sprachenspiel
Was du zu diesem Spiel
brauchst:
- Einen Spielplan, bei dem es
einen Start und ein Ziel gibt. Du kannst dir auch selbst einen auf einem
großen Bogen Papier zeichnen.
- Einige Figuren, die die
Spieler repräsentieren sollen. Tierfiguren sind sehr geeignet, wenn du mit
Kindern spielst.
- Mehrere Würfel, auf die du
schreiben oder Matrizen aufkleben kannst. Auf jede Matrize schreibst du
jeweils ein Wort. Du solltest die Würfel nach Wortgruppen aufteilen:
Hauptwörter, Tunwörter, Wiewörter, Präpositionen, persönliche Fürwörter,
Bindewörter und so weiter. Für Spieler mit größeren Kenntnissen können auch
zum Beispiel Artikel, Tunwörter oder Wiewörter in verschiedener Deklination
oder Konjugation und Zeitform angefertigt werden. Im Allgemeinen zählt jedes
Wort einen Punkt, es ist aber auch möglich, schwereren Wörtern mehr Punkte
oder leichteren Wörtern negative Punktzahlen zu geben.
Das Spiel kann beginnen.
Jeder Mitspieler bekommt eine Figur, die er auf das Startfeld stellt. Die
Spieler würfeln einer nach dem anderen und müssen jetzt versuchen, mit den
auf der Oberseite der Würfel stehenden Wörtern Sätze und dazugehörige
Nebensätze zu bilden. Spielt ihr mit wenigen Würfeln, hat der Spieler das
Recht, eigen Begriffe hinzuzufügen, natürlich ohne dafür Punkte zu bekommen.
Die Punkte der benutzten Wörter werden zusammengezählt und die Figur des
Spielers darf so viele Felder vorrücken. Gewinner ist, wer als erster das
Ziel erreicht hat.
Noch einige Hinweise: Sollte
der Wissensunterschied, besonders bei kleineren Kindern zu groß sein, ist es
ratsam, mehrere Figuren als Spieler zu benutzen, wobei keine Figur einen
einzelnen Mitspieler repräsentiert, sondern die Kinder werden der Reihe nach
gebeten, einen Satz zu bilden. Hierbei werden die Kinder natürlich ihrem
Lieblingstier die Daumen drücken, bekommen aber nicht das Gefühl der Verlierer
zu sein, wenn ihr Liebling nicht gewinnt und verlieren so den Spaß am Spiel
nicht. Auf die absolute Richtigkeit der Sätze, Satzordnung, Deklination,
Konjugation und so weiter sollte bei Anfängern, also Kindern, kein so großer
Wert gelegt werden, weil sie durch das Spiel ermutigt werden sollen, das
bisher gelernte ohne Hemmungen in die Praxis umzusetzen. Die Anzahl der
Würfel kann nach Belieben gesteigert werden. Zu oft gebrauchte Wörter sollten
eine niedrigere oder gar negative Punktzahl erhalten.
Viel Spaß beim Spielen!
|
|
-----------------------------------------------
|
|
--------------------------------------------------
|
|
-------------------------------------------------
|
|
---------------------------------------------------
|
|
|
Thursday, 23 March 2017
|
207) Kleinere Schriften IX 1) Sie alle wollten dem kleinen Mann sagen,
was wirklich Sache ist! 2) Wer ist hier wohl der Sklave?
Learn languages (via Skype): Rainer: + 36 20 549 52 97 or + 36 20 334 79
74
|
|
------------------------------
|
|
207 Kleinere Schriften IX
1) Sie alle wollten dem
kleinen Mann sagen, was wirklich Sache ist!
2) Wer ist hier wohl der
Sklave?
Sie alle wollten dem kleinen
Mann sagen, was wirklich Sache ist!
Jahrhundertelang donnerte
der Pfarrer von der Kanzel auf die in der Kirche versammelten herunter:
„Fürchtet Gott, er wird euch vor dem Bösen, dem Teufel, bewahren!“ Die Sonne
war gerade aufgegangen und schien durch die Fenster der Sakristei im Osten
der Kirche. „Seht die Herrlichkeit Gottes!“ – schrie der christliche Priester
und zeigte nach Osten. Dort war alles vergoldet und versilbert, was das Sonnenlicht
nur noch verstärkte. Bei wolkigem Himmel wurden dort zehntausend Kerzen
aufgestellt. Mit geblendeten Augen und offenem Mund blies ihnen dann von
hinten die Orgel noch erschreckende Töne ins Genick. Natürlich fühlten sich
die Armen wie in Trans. „Unter uns gibt es Hexen und Ketzer.“ – stellte der
Wilde auf der Kanzel fest. „Wir müssen sie auf dem Scheiterhaufen verbrennen,
um sie zu säubern. Rothaarige und Juden sind besonders gefährlich, weil sie
den Jesus gequält haben. Dazu behaupten die noch, dass wir Götzen anbieten,
und wollen nicht verstehen, Vater, Sohn und der Heilige Geist sind doch eins.
Wissen die nicht, drei ist eins? Dabei hob er seine Hand in die Höhe und
streckte alle fünf Finger aus. „Im Frühjahr ziehen wir dann in den heiligen Krieg,
um Jerusalem von den Heiden zu befreien!“ Der Rest der Predigt erfolgte auf
Lateinisch, damit es auch wirklich niemand verstand, meist nicht einmal der
Schreier im schwarzen Kittel.
Der ungarische
Regierungschef von 1913-1917, Tisza István, sprach sich gegen das „allgemeine
Wahlrecht“ aus, weil er die Bewohner nicht für pflichtbewusst genug hielt, um
verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. Später sollte er Ungarn in die
Katastrophe des ersten Weltkrieges führen.
Die führenden politischen
Kreise der 1930-er Jahre unternahmen nichts gegen Hitler, Mussolini, Horthy,
entzogen der demokratischen, spanischen Regierung ihre Unterstützung und
lieferten sie auf diese Weise Franco und den faschistischen Ländern aus, weil
sie dachten, dass es nicht Schlimmeres gebe, als die Volksherrschaft. Später
mussten dieselben herrschenden Kreise die größte Gefahr in den
nationalistischen, rechtsgerichteten Diktaturen erkennen, im zweiten
Weltkrieg.
Von Plattenfirmen, Verlagen,
Filmherstellern wird uns immer wieder gesagt, man müsse Kunst erlernen. Dabei
setzt man uns Hollywood, Harry Potter, Michael Jackson und ähnlichen Blödsinn
in der Malerei vor. „Friss das, du dummer Bürger!“
Wie lange wollen uns diese
Neunmalklugen noch an der Nase herumführen.
Wer ist hier wohl der
Sklave?
Ich war fast achtzehn, da
stellte ich mir die Frage, ob ich so leben wollte, wie alle anderen. Immer
stärker wurde der Drang in mir, auszusteigen, einfach alles und alle
zurückzulassen. Die Reaktionen meiner Umgebung kamen prompt: „Du fliehst doch
nur vor dem Leben!“, „Du wirst in irgendeine Sekte hineinrutschen, und die
machen dich dann fertig. Die haben ihre Methoden und Mittel, um dich zum
Sklaven zu machen.“ Oder: „Aha, die Droge ruft dich! Du wirst dann vor den
Schulen stehen und kleinen Kindern dieses Zeug verkaufen!“
Nun, wie sieht die Sache im
Jahre 2017, also mehr als dreißig Jahre später, in Europa aus?
Neofaschistische Bewegungen werden immer stärker, Diktaturen entstehen
innerhalb der Europäischen Union, Rassismus fordert große Opfer. Und die
Leute, die mich damals kritisierten? Tja, die sind zu Leisetretern geworden,
weil sie Angst haben, ihre jämmerliche Existenz zu verlieren. Die haben ihre
Grundsätze für ein Auto, eine Wohnung und einen Urlaub pro Jahr verkauft. Die
fragen nicht, ob ein Gesetz gerecht ist, sondern halten es einfach ein, aus
Angst. Sie sind Sklaven geworden, einer Droge, für die sie alles opfern
würden. Oder noch schlimmer, sie sind aktive Teile dieser autoritären
Systeme, wollen selbst Sklavenhalter sein.
Ich bedaure sie sehr. Ich
scheine der einzige zu sein, der fähig und bereit ist, für seine Grundsätze
zu kämpfen.
|
|
-----------------------------------------------
|
|
--------------------------------------------------
|
|
-------------------------------------------------
|
|
---------------------------------------------------
|
|
|
Saturday, 25 February 2017
|
206) Kleinere Schriften VIII 1) Alkohol 2) Verstehen wir wirklich, was
wir lesen? 3) Tekintélyelvű 4) Fünfzig 5) Smartishly 6) Gedanken über Armut
Learn languages (via Skype): Rainer: + 36 20 549 52 97 or + 36 20 334
79 74
|
|
------------------------------
|
|
206
Kleinere Schriften VIII
1) Alkohol
2) Verstehen wir wirklich,
was wir lesen?
3) Tekintélyelvű
4) Fünfzig
5) Smartishly
6) Gedanken über Armut
Es steht fest, Alkohol ist
die gefährlichste Droge. Deshalb schlage ich vor, Hersteller, Vertreiber und
Verbraucher mit Freiheitsentzug bis zu zwanzig Jahren zu bestrafen.
Verstehen wir wirklich, was
wir lesen?
Ich liebe Fachbücher, vor
allem solche, in denen versucht wird, komplizierte Dinge auf verständliche
Weise zu erklären.
Zum Beispiel: Auch Zeit und
Raum sind eigentlich verhältnismäßige Größen. Aber es gibt zwei absolute
Grenzgrößen: 1) Lichtgeschwindigkeit (Nichts kann sich schneller als das
Licht bewegen. 2) Bei weniger als zweihundertdreiundsiebzig Grad minus hört
jede Bewegung auf. Dies ist ein Teil der Relativitätstheorie von Einstein.
Ohne über tiefere Kenntnisse
auf diesem Gebiet zu verfügen, ist diese Aussage verständlich. Würde man sie
mit Gleichungen erklären, würden Normalsterbliche dem Lesegenuss beraubt. Die
meisten nehmen Fachbücher nicht einmal in die Hand, weil sie sich einen
solchen Misserfolg ersparen wollen.
Aber auch bei Büchern über
Kunst, Musik, Geschichte, also Gesellschaftswissenschaften sieht es nicht
viel besser aus. Man muss Jahre mit schulischem oder privatem Studium
verbringen, um Zusammenhänge zu erkennen.
Wieviel angenehmer sind hier
Liebesgeschichten, Abenteuerromane und so weiter, in denen beschrieben wird,
wie jemand am Palmenstrand eine exotische Liebe mit einer Einheimischen
erlebt oder ihm gerade eine Pistole an den Kopf gehalten wird.
Verstehen wir das wirklich?
Wahrscheinlich nicht! wir können nur solche Dinge nachvollziehen, die wir in
irgendeiner Weise an etwas Ähnliches, selbst Erlebtes knüpfen können. Doch
dies stört uns im Allgemeinen nicht. Wir rühmen uns sogar vor unseren
Freunden, wie gut diese Geschichte geschrieben sein soll.
Deshalb würde ich jeden dazu
ermuntern, alle Bücher durchzulesen, von denen man auch nur zehn Prozent
versteht. Schon dieser kleine Teil bringt uns dem allgemeinen Verständnis
einen Schritt näher.
Amikor a tekintélyelvű
előttem áll, mindig behúzza fülét, farkát, mert pontosan érzi, hogy én
fölötte állok!
Jetzt bin ich fünfzig. Ein
ganzes, halbes Jahrhundert. Ein Jubiläum. Eigentlich sollte man das festlich
feiern. Aber ich
warte lieber auf die Hundert.
They want bills, an
account, diplomas and you to dress smartishly. Maybe they would better get a
snob and not a real scientist.
Gedanken über Armut
Ein arabischer Kaufmann
schickt seine Diener auf die Straße, um so viele Leute wie möglich zum Essen
einzuladen.
Sehr viele Reisende des
dreizehnten und vierzehnten Jahrhunderts beschrieben solche und ähnliche
Szenen. Jeder wollte seine Nachbarn und Konkurrenten übertreffen und somit
seinen Ruhm vergrößern.
Adam Smith erzählt in seinem
Werk „The wealth of nations“, dass ein Bettler in England gefragt wurde,
woher er komme, um ihn in sein Heimatdorf zurückzubringen, damit er dort
versorgt werde, damit sich die dortige Gemeinschaft um ihre eigenen Armen
kümmere.
Was in der alten, arabischen
Kultur eine Frage der Ehre war, wurde in Europe institutionalisiert. Man
baute Armenhäuser oder überließ der Kirche die Lösung dieses Problems, was
diese nur widerwillig und oberflächlich übernahm.
|
|
-----------------------------------------------
|
|
--------------------------------------------------
|
|
-------------------------------------------------
|
|
---------------------------------------------------
|
|
|
Friday, 10 February 2017
|
205) 1) Die Bedeutung der sprachlichen Komplexität 2) 1929
Learn languages (via Skype): Rainer: + 36 20 549 52 97 or + 36 20 334
79 74
|
|
------------------------------
|
|
205
1) Die Bedeutung der
sprachlichen Komplexität
2) 1929
Die Bedeutung der
sprachlichen Komplexität
Ein paar Männer in lockerem,
weißem Kleid spazieren in einem Hain und unterhalten sich über Philosophie,
Mathematik und ähnliches. Es ist ihnen nicht daran gelegen, ihre Projekte und
Gedanken in die Tat umzusetzen. Es geht nur darum, auch den wundersamsten
Gedankengang in Worte zu fassen, geistig zu ergreifen. Niemand hätte davon
einen Vorteil, keinem würde es die Arbeit erleichtern. Zu dieser Kunst des
Gedankenaustausches ohne greifbare Endprodukte ist ein komplexes System von
Wort und Struktur, also Grammatik, nötig.
Ein kleines Beispiel dazu:
Ich arbeite mit einem modernen Laptop, benutze alle zur Verfügung stehenden
Programme und versuche dann das gleiche mit einem alten 286. Die Programme
vertreten hier die Struktur und Wörter einer Sprache. Natürlich werde ich auf
der alten Maschine fast nicht verwirklichen können.
Kenner der antiken Sprachen
äußern sich meist anerkennend oder in Erinnerung an die Schulzeit und die
Schweißausbrüche bei Übersetzungsversuchen abwinkend.
Wie kommt es, dass heutige
Sprachen all diese strukturellen Möglichkeiten nicht mehr ausnutzen? Denken
wir nur an die zwölf Zeiten im Englischen! Was hat sich in unserer
Kommunikation geändert?
Nach einem dunklen
Mittelalter entwickelte sich die Technik, Baukunst, Musik und schließlich
Photographie. Ich sehe etwas Interessantes, mache mit meinem Telefon ein
Bild, schreibe darunter „Dort bin ich!“, wähle dazu einen passenden
Hintergrund aus meinem Musikregister und schicke es meiner Liebsten. Müsste
ich jenes mit einem Text vollbringen, würde es wesentlich länger dauern. Wir
drücken uns technisch aus! Sprache beschränkt sich sozusagen auf kurze
konkrete Anweisungen, aber reicht nur selten bis Beschreibungen, Erklärungen
oder Ausdruck der Gefühlsregungen.
1929
„Die Ursache der
Weltwirtschaftskrise war die Überproduktion!“ – heißt es nicht nur in einem
Fachbuch, das sich mit diesem Thema beschäftigt. Eine gutklingende Erklärung
für einen vereinfachten Slogan!
Nach den napoleonischen
Kriegen gelang es dem Engländer mit Übereinstimmung der damaligen
Königshäuser, die die Bedeutung der überseeischen Provinzen noch immer
unterschätzten, eine „Balance of Power“-Politik zu verwirklichen. Die Welt
war mit Hilfe der Technik global geworden. Den Handel wickelten die Engländer
ab, weil sie über die größte Flotte verfügten und ihre Stützpunkte an den
wichtigsten Stellen hatten. Sie schafften also Rohprodukte nach Europa und
Fertigprodukte von Europa in die übrigen Teile der Welt. Und solange die
Europäer mit ihrer regionalen Machtpolitik und die Engländer mit ihren
Kolonien beschäftigt waren, gab es ein vorher unbekanntes
Wirtschaftswachstum. Hundert Jahre sollte dieser fast paradiesische Zustand
dauern. Ende des neunzehnten Jahrhunderts waren dann die Machtstrukturen in
Europa ziemlich festgefahren und vor allem das unter Bismarck vereinigte Deutschland
sehnte sich nach mehr. Die Engländer bestimmten Zölle und Preise für
Rohstoffe und Fertigprodukte und versuchten, die Tätigkeiten von
Schifffahrtsunternehmen anderer Länder zu verhindern. Bei Beginn des ersten
Weltkrieges war jede Partei von der Rechtmäßigkeit ihrer Sache überzeugt, der
Krieg selbst für jede eine Katastrophe. Nach 1918 kam der Wiederaufbau,
anfangs mit einem Wirtschaftsaufschwung. Die großen industriellen Einheiten
waren alle auf Massenproduktion eingestellt, wie auch vor dem Krieg. Die
Binnenmärkte bald gesättigt hätte man gerne auch im Ausland verkauft, aber
hohe Einfuhrzölle machten dies für jeden unmöglich. Die politischen Führungen
hatten sich auf Selbstversorgung eingestellt, um für einen möglichen Konflikt
unabhängig zu sein.
Folge: Überproduktion? Nein,
wirtschaftliches Chaos aufgrund von Protektionismus!
|
|
-----------------------------------------------
|
|
--------------------------------------------------
|
|
-------------------------------------------------
|
|
---------------------------------------------------
|
|
|
Subscribe to:
Posts (Atom)

