Friday, 12 May 2017

210) Kleinere Schriften XII 1) Sicherheit oder Angst? 2) Ein guter Schriftsteller … 3) Jetzt kann ich gehen. 4) Es ist leichter, … 5) Land und Glaube 6) Nicht der Staat
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210
Kleinere Schriften XII
1) Sicherheit oder Angst?
2) Ein guter Schriftsteller …
3) Jetzt kann ich gehen.
4) Es ist leichter, …
5) Land und Glaube
6) Nicht der Staat …

Sicherheit oder Angst?
In meiner Qualität als Sprachlehrer begebe ich mich, wenn der Schüler oder dessen Eltern oder Unternehmen es wünschen und auch zahlungsbereit sind, auch manchmal vor Ort, das heißt: in die Wohnung oder das Büro des zu unterrichtenden.
Mein Weg sollte mich diesmal in einen besonders exklusiven Teil der Stadt führen. Gemäß meiner Gewohnheit komme ich auch nie zu spät, vor allem, wenn ich den Weg nicht genau kenne, nicht weiß, wie stark der Verkehr ist. So stand ich also zwanzig Minuten zu früh vor dem Haus. Zehn Minuten vor der Stunde zu klingeln, ist meines Erachtens kein großes Problem, aber zwanzig ist bedeutend zu früh. Ich schaute mir die Klingeln mit den Namen genauer an, um sicher zu sein, dass es auch das richtige ist und entschloss mich, noch eine Runde zu machen und eine Zigarette zu drehen.
In zehn bis fünfzehn Minuten hatte ich mich ein paar hundert Meter entfernt und war auch wieder zurückgekehrt. Nun drückte ich den Knopf mit dem entsprechenden Namen, musste überhaupt nicht lange warten, bis mir geöffnet wurde, und trat ein. Das Hoftor war hinter mir ins Schloss gefallen, ich stand vor der Haustür und suchte den Knopf für die Eingangstür, als hinter mir ein Mann das Gartentor mit einem Schlüssel öffnete. Wir gingen zusammen ins Haus und in den Lift. Wortlos drückte er auf den Knopf für den dritten Stock und wir fuhren hinauf. Als ich ausstieg erwartete mich der Vater der Schülerin schon an der Wohnungstür. Ich weiß nicht genau, wer der Mann war, der mich begleitet hatte, aber vermute, dass er ein Angestellter eines privaten Sicherheitsunternehmens war. Wahrscheinlich sind dort die ganze Straße, der Hof, der Garten und vielleicht auch die Wohnungen mit Kameras versehen.
Sicherheit oder Angst?
Bei der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika oder der Olympiade in Brasilien kamen die Touristen mit dem Flugzeug, wurden mit Sonderbussen zuerst zum Hotel und dann jeden Tag zu den Stadien gebracht. Vom Land selbst sahen sie nichts, weil es angeblich zu gefährlich war. In den Stadien gab es keine Einheimischen, weil die Eintrittskarten für sie zu teuer waren.
Sicherheit oder Angst?
Bald werden sie auf Grönland, dem Südpol oder gar dem Mond kleine Städte mit Golfplatz, Supermärkten und Erholungsparks unter Glaskuppeln bauen, weil dorthin bestimmte keine gefährlichen oder fremden Leute kommen.
Sicherheit oder Angst?
Sie werden alles nur mit Bankkarte bezahlen, damit man ihr Geld nicht stehlen kann. Unter ihrer Haut werden sie einen Chip tragen, damit sie nicht verloren gehen.
Sicherheit oder Angst?
Und dann werden sie einen Hitler, Mussolini, Horthy oder Orbán unterstützen, der sie und ihre Rasse beschützen soll.
Das ist dann ihr goldener Käfig! Aus Sicherheit oder Angst? Wer weiß, ob sie selbst das wirklich wollen.


Ein guter Schriftsteller hat es nicht nötig, andere zu zitieren, er selbst verfügt über genügend eigene Gedanken und Vorstellungen!


Jetzt kann ich gehen.
Ich habe gelacht und geweint, geliebt und gehasst, manchmal getrennt oder beides zusammen.
Ich habe vieles vollbracht und nichts vollendet, weil die Geschichte der Menschheit, deren Teil ich bin, weitergeht.
Ich kann zufrieden gehen.


Es ist leichter, wenige Stimmen zum Stillschweigen zu bringen, als gegen eine allgemeine Ungerechtigkeit aufzustehen.


Hast du Land und Glauben, so hast du Grenzen, die die Flügel zu den Gedanken stutzen.


Nicht der Staat soll die Bürger kontrollieren, sondern die Bürger müssen die Macht des Staates eingrenzen.
Der Staat hat eine wichtige Funktion der Verwaltung, aber regieren sollen die Bürger.
Vor dreitausend Jahren brauchten wir einen der dachte und dreißigtausend, die die Pyramide bauten. In der Zukunft werden wir dreißigtausend brauchen, die denken, weil die Maschinen die Arbeit übernehmen werden.
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Tuesday, 18 April 2017

209) Kleinere Schriften XI 1) Von der Schrift über den Buchdruck zum Internet 2) Wenn der Abgrund …  3) Als es noch kein Bewusstsein … 4) Ich habe einfach zu viel … 5) Die armen Christen … 6) Luther, Marx, Wagner und die Juden … 7) Der Unmensch
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209 Kleinere Schriften XI
1) Von der Schrift über den Buchdruck zum Internet
2) Wenn der Abgrund …
3) Als es noch kein Bewusstsein …
4) Ich habe einfach zu viel …
5) Die armen Christen …
6) Luther, Marx, Wagner und die Juden …
7) Der Unmensch

Von der Schrift über den Buchdruck zum Internet
Die Schrift war der erste Schritt, die Welt gleichgerechter zu machen. Aber die Könige brachten die Priesterorden in ihre Gewalt, dort wurde Schrift und Malerei unter Kontrolle unterrichtet. Trotzdem konnten sie nicht verhindern, dass die Untertanen langsam erwachten.
Dann kam in Europa der Buchdruck und die Kirche gehörte zu den größten Schreiern, die ihre Monopolposition des Buchkopierens gefährdet sah. Natürlich war zu einer Druckerei viel Kapital nötig, die Mächtigen wurden zwar ein bisschen zurückgedrängt, aber es gelang ihnen wieder, einen Damm gegen die Gleichberechtigung zu errichten.
Und heute? Ich würde jedem vorschlagen, einmal zu versuchen ein eigenes kleines Netz innerhalb des Internets aufzubauen. Du stößt sehr schnell an Grenzen. Die Zahl der Teilnehmer, an die du Kontaktanfragen schicken kannst, ist begrenzt. Und wenn deine Einträge in diesen Portalen zu erfolgreich scheinen oder zu sehr den genehmigten Meinungen widersprechen, werden weitere Kontaktanfragen unmöglich gemacht, um die Verbreitung deiner Einstellung zu verhindern.
Von der kritischen Schrift zum Buchdruck vergingen ungefähr zweitausend Jahre, Vom Buchdruck zum Internet fünfhundert. Vielleicht sind wir gar nicht mehr so weit von der absoluten Gleichberechtigung entfernt.
Aber wenn dieser Blog einmal aus dem Internet verschwinden sollte, weißt du, lieber Leser, dass unsere Zeit noch nicht gekommen ist.


Wenn der Abgrund kommt und die Nacht dich verschlingt.
Wenn du keinen Schmerz mehr fühlst, sondern nur noch Angst.
Du bist wie gelähmt und wirst immer langsamer.


Als es noch kein Bewusstsein gab, das war die Zeit, als alles nur einer Masse glich, zu der auch du gehörtest.


Ich habe einfach zu viel nachgedacht, weiß einfach zu viel, um als Leisetreter leben zu können!


Die armen Christen haben keine Ahnung von Mathematik! Für sie sind drei noch immer eins.


Luther, Marx und Wagner waren böse auf die Juden, weil diese richtigerweise feststellten, dass die christliche Religion ein Heidentum ist, das drei Götter hat.


Der Unmensch
 
Was lässt sich auf diesem Bild sehen? Eine künstlich eingestellte Situation. Jemand wollte darauf aufmerksam machen, wie schädlich das Rauchen ist.
Aber was für ein Unmensch ist das, der ein Kind quält, damit irgendein schreckliches Bild auf eine Zigarettenpackung kommt?
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Friday, 7 April 2017

208) Kleinere Schriften X 1) Du sollst nicht begehren deines nächsten Weib! 2) Das Sprachenspiel
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208 Kleinere Schriften X
1) Du sollst nicht begehren deines nächsten Weib!
2) Das Sprachenspiel

Du sollst nicht begehren deines nächsten Weib!
Eine Gruppe von Nomaden kommt zu einem Wasserloch in der syrischen Halbwüste. Seit Tagen waren sie auf der Suche nach dem kostbaren Nass gewesen, und jetzt ist dort schon eine andere Horde. Für beide ist hier kein Platz und nicht genug Wasser. Ein Kampf entfacht sich. Der Verlierer muss meist nicht nur einen Teil seiner Tiere, sondern auch das eine oder andere Mädchen abtreten. So oder ähnlich mag es vor drei-vier tausend Jahren ausgesehen haben. Der Stärkste überlebte, der Schwächere wurde ausgeraubt, getötet oder verdurstete. Auch der Führer einer Gruppe hatte seine Position durch Kampf erlangt, alle Tiere und Frauen gehörten ihm, die übrigen Männer waren seine Diener und Untertanen.
Dann kam die Kuh als Haustier, eine wirtschaftliche Revolution. Mit ihrer Milch, Butter, Käse und so weiter war ein Mann jetzt fähig, eine Frau und mehrere Kinder zu ernähren. Aber so ein Tier ist anspruchsvoller, benötigt immer frisches Gras, Wasser, einen Stall und kann nicht so große Strecken zurücklegen. Man musste sich niederlassen. Die erste Welle zwischen Jordan und Mittelmeer waren die Phönizier, dann die Juden und später die Palästinenser. Dörfer und kleinere Städte entstanden. Man betrieb Landwirtschaft, baute Schutzwälle um die Siedlungen gegen feindliche Nomaden, und Dämme für die Wasserversorgung. Das ruhige Leben und der verhältnismäßige Reichtum brachte eine Umstrukturierung und Demokratisierung der gesellschaftlichen Beziehung mit sich. Nun war es nicht mehr nötig, dem anderen das Vieh oder Weib zu rauben, um zu überleben, man war vielmehr auf die Hilfe und Zusammenarbeit des Nachbarn angewiesen. Neue Gesetze wurden geschaffen: Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht begehren deines nächsten Weib!

Das Sprachenspiel
Was du zu diesem Spiel brauchst:
- Einen Spielplan, bei dem es einen Start und ein Ziel gibt. Du kannst dir auch selbst einen auf einem großen Bogen Papier zeichnen.
- Einige Figuren, die die Spieler repräsentieren sollen. Tierfiguren sind sehr geeignet, wenn du mit Kindern spielst.
- Mehrere Würfel, auf die du schreiben oder Matrizen aufkleben kannst. Auf jede Matrize schreibst du jeweils ein Wort. Du solltest die Würfel nach Wortgruppen aufteilen: Hauptwörter, Tunwörter, Wiewörter, Präpositionen, persönliche Fürwörter, Bindewörter und so weiter. Für Spieler mit größeren Kenntnissen können auch zum Beispiel Artikel, Tunwörter oder Wiewörter in verschiedener Deklination oder Konjugation und Zeitform angefertigt werden. Im Allgemeinen zählt jedes Wort einen Punkt, es ist aber auch möglich, schwereren Wörtern mehr Punkte oder leichteren Wörtern negative Punktzahlen zu geben.
Das Spiel kann beginnen. Jeder Mitspieler bekommt eine Figur, die er auf das Startfeld stellt. Die Spieler würfeln einer nach dem anderen und müssen jetzt versuchen, mit den auf der Oberseite der Würfel stehenden Wörtern Sätze und dazugehörige Nebensätze zu bilden. Spielt ihr mit wenigen Würfeln, hat der Spieler das Recht, eigen Begriffe hinzuzufügen, natürlich ohne dafür Punkte zu bekommen. Die Punkte der benutzten Wörter werden zusammengezählt und die Figur des Spielers darf so viele Felder vorrücken. Gewinner ist, wer als erster das Ziel erreicht hat.
Noch einige Hinweise: Sollte der Wissensunterschied, besonders bei kleineren Kindern zu groß sein, ist es ratsam, mehrere Figuren als Spieler zu benutzen, wobei keine Figur einen einzelnen Mitspieler repräsentiert, sondern die Kinder werden der Reihe nach gebeten, einen Satz zu bilden. Hierbei werden die Kinder natürlich ihrem Lieblingstier die Daumen drücken, bekommen aber nicht das Gefühl der Verlierer zu sein, wenn ihr Liebling nicht gewinnt und verlieren so den Spaß am Spiel nicht. Auf die absolute Richtigkeit der Sätze, Satzordnung, Deklination, Konjugation und so weiter sollte bei Anfängern, also Kindern, kein so großer Wert gelegt werden, weil sie durch das Spiel ermutigt werden sollen, das bisher gelernte ohne Hemmungen in die Praxis umzusetzen. Die Anzahl der Würfel kann nach Belieben gesteigert werden. Zu oft gebrauchte Wörter sollten eine niedrigere oder gar negative Punktzahl erhalten.
Viel Spaß beim Spielen!
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Thursday, 23 March 2017

207) Kleinere Schriften IX 1) Sie alle wollten dem kleinen Mann sagen, was wirklich Sache ist! 2) Wer ist hier wohl der Sklave?
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207 Kleinere Schriften IX
1) Sie alle wollten dem kleinen Mann sagen, was wirklich Sache ist!
2) Wer ist hier wohl der Sklave?


Sie alle wollten dem kleinen Mann sagen, was wirklich Sache ist!
Jahrhundertelang donnerte der Pfarrer von der Kanzel auf die in der Kirche versammelten herunter: „Fürchtet Gott, er wird euch vor dem Bösen, dem Teufel, bewahren!“ Die Sonne war gerade aufgegangen und schien durch die Fenster der Sakristei im Osten der Kirche. „Seht die Herrlichkeit Gottes!“ – schrie der christliche Priester und zeigte nach Osten. Dort war alles vergoldet und versilbert, was das Sonnenlicht nur noch verstärkte. Bei wolkigem Himmel wurden dort zehntausend Kerzen aufgestellt. Mit geblendeten Augen und offenem Mund blies ihnen dann von hinten die Orgel noch erschreckende Töne ins Genick. Natürlich fühlten sich die Armen wie in Trans. „Unter uns gibt es Hexen und Ketzer.“ – stellte der Wilde auf der Kanzel fest. „Wir müssen sie auf dem Scheiterhaufen verbrennen, um sie zu säubern. Rothaarige und Juden sind besonders gefährlich, weil sie den Jesus gequält haben. Dazu behaupten die noch, dass wir Götzen anbieten, und wollen nicht verstehen, Vater, Sohn und der Heilige Geist sind doch eins. Wissen die nicht, drei ist eins? Dabei hob er seine Hand in die Höhe und streckte alle fünf Finger aus. „Im Frühjahr ziehen wir dann in den heiligen Krieg, um Jerusalem von den Heiden zu befreien!“ Der Rest der Predigt erfolgte auf Lateinisch, damit es auch wirklich niemand verstand, meist nicht einmal der Schreier im schwarzen Kittel.
Der ungarische Regierungschef von 1913-1917, Tisza István, sprach sich gegen das „allgemeine Wahlrecht“ aus, weil er die Bewohner nicht für pflichtbewusst genug hielt, um verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. Später sollte er Ungarn in die Katastrophe des ersten Weltkrieges führen.
Die führenden politischen Kreise der 1930-er Jahre unternahmen nichts gegen Hitler, Mussolini, Horthy, entzogen der demokratischen, spanischen Regierung ihre Unterstützung und lieferten sie auf diese Weise Franco und den faschistischen Ländern aus, weil sie dachten, dass es nicht Schlimmeres gebe, als die Volksherrschaft. Später mussten dieselben herrschenden Kreise die größte Gefahr in den nationalistischen, rechtsgerichteten Diktaturen erkennen, im zweiten Weltkrieg.
Von Plattenfirmen, Verlagen, Filmherstellern wird uns immer wieder gesagt, man müsse Kunst erlernen. Dabei setzt man uns Hollywood, Harry Potter, Michael Jackson und ähnlichen Blödsinn in der Malerei vor. „Friss das, du dummer Bürger!“
Wie lange wollen uns diese Neunmalklugen noch an der Nase herumführen.

Wer ist hier wohl der Sklave?
Ich war fast achtzehn, da stellte ich mir die Frage, ob ich so leben wollte, wie alle anderen. Immer stärker wurde der Drang in mir, auszusteigen, einfach alles und alle zurückzulassen. Die Reaktionen meiner Umgebung kamen prompt: „Du fliehst doch nur vor dem Leben!“, „Du wirst in irgendeine Sekte hineinrutschen, und die machen dich dann fertig. Die haben ihre Methoden und Mittel, um dich zum Sklaven zu machen.“ Oder: „Aha, die Droge ruft dich! Du wirst dann vor den Schulen stehen und kleinen Kindern dieses Zeug verkaufen!“
Nun, wie sieht die Sache im Jahre 2017, also mehr als dreißig Jahre später, in Europa aus? Neofaschistische Bewegungen werden immer stärker, Diktaturen entstehen innerhalb der Europäischen Union, Rassismus fordert große Opfer. Und die Leute, die mich damals kritisierten? Tja, die sind zu Leisetretern geworden, weil sie Angst haben, ihre jämmerliche Existenz zu verlieren. Die haben ihre Grundsätze für ein Auto, eine Wohnung und einen Urlaub pro Jahr verkauft. Die fragen nicht, ob ein Gesetz gerecht ist, sondern halten es einfach ein, aus Angst. Sie sind Sklaven geworden, einer Droge, für die sie alles opfern würden. Oder noch schlimmer, sie sind aktive Teile dieser autoritären Systeme, wollen selbst Sklavenhalter sein.
Ich bedaure sie sehr. Ich scheine der einzige zu sein, der fähig und bereit ist, für seine Grundsätze zu kämpfen.
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Saturday, 25 February 2017

206) Kleinere Schriften VIII 1) Alkohol 2) Verstehen wir wirklich, was wir lesen? 3) Tekintélyelvű 4) Fünfzig 5) Smartishly 6) Gedanken über Armut
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206
Kleinere Schriften VIII
1) Alkohol
2) Verstehen wir wirklich, was wir lesen?
3) Tekintélyelvű
4) Fünfzig
5) Smartishly
6) Gedanken über Armut

Es steht fest, Alkohol ist die gefährlichste Droge. Deshalb schlage ich vor, Hersteller, Vertreiber und Verbraucher mit Freiheitsentzug bis zu zwanzig Jahren zu bestrafen.

Verstehen wir wirklich, was wir lesen?
Ich liebe Fachbücher, vor allem solche, in denen versucht wird, komplizierte Dinge auf verständliche Weise zu erklären.
Zum Beispiel: Auch Zeit und Raum sind eigentlich verhältnismäßige Größen. Aber es gibt zwei absolute Grenzgrößen: 1) Lichtgeschwindigkeit (Nichts kann sich schneller als das Licht bewegen. 2) Bei weniger als zweihundertdreiundsiebzig Grad minus hört jede Bewegung auf. Dies ist ein Teil der Relativitätstheorie von Einstein.
Ohne über tiefere Kenntnisse auf diesem Gebiet zu verfügen, ist diese Aussage verständlich. Würde man sie mit Gleichungen erklären, würden Normalsterbliche dem Lesegenuss beraubt. Die meisten nehmen Fachbücher nicht einmal in die Hand, weil sie sich einen solchen Misserfolg ersparen wollen.
Aber auch bei Büchern über Kunst, Musik, Geschichte, also Gesellschaftswissenschaften sieht es nicht viel besser aus. Man muss Jahre mit schulischem oder privatem Studium verbringen, um Zusammenhänge zu erkennen.
Wieviel angenehmer sind hier Liebesgeschichten, Abenteuerromane und so weiter, in denen beschrieben wird, wie jemand am Palmenstrand eine exotische Liebe mit einer Einheimischen erlebt oder ihm gerade eine Pistole an den Kopf gehalten wird.
Verstehen wir das wirklich? Wahrscheinlich nicht! wir können nur solche Dinge nachvollziehen, die wir in irgendeiner Weise an etwas Ähnliches, selbst Erlebtes knüpfen können. Doch dies stört uns im Allgemeinen nicht. Wir rühmen uns sogar vor unseren Freunden, wie gut diese Geschichte geschrieben sein soll.
Deshalb würde ich jeden dazu ermuntern, alle Bücher durchzulesen, von denen man auch nur zehn Prozent versteht. Schon dieser kleine Teil bringt uns dem allgemeinen Verständnis einen Schritt näher.


Amikor a tekintélyelvű előttem áll, mindig behúzza fülét, farkát, mert pontosan érzi, hogy én fölötte állok!


Jetzt bin ich fünfzig. Ein ganzes, halbes Jahrhundert. Ein Jubiläum. Eigentlich sollte man das festlich feiern. Aber ich warte lieber auf die Hundert.


They want bills, an account, diplomas and you to dress smartishly. Maybe they would better get a snob and not a real scientist.


Gedanken über Armut
Ein arabischer Kaufmann schickt seine Diener auf die Straße, um so viele Leute wie möglich zum Essen einzuladen.
Sehr viele Reisende des dreizehnten und vierzehnten Jahrhunderts beschrieben solche und ähnliche Szenen. Jeder wollte seine Nachbarn und Konkurrenten übertreffen und somit seinen Ruhm vergrößern.
Adam Smith erzählt in seinem Werk „The wealth of nations“, dass ein Bettler in England gefragt wurde, woher er komme, um ihn in sein Heimatdorf zurückzubringen, damit er dort versorgt werde, damit sich die dortige Gemeinschaft um ihre eigenen Armen kümmere.
Was in der alten, arabischen Kultur eine Frage der Ehre war, wurde in Europe institutionalisiert. Man baute Armenhäuser oder überließ der Kirche die Lösung dieses Problems, was diese nur widerwillig und oberflächlich übernahm.
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Friday, 10 February 2017

205) 1) Die Bedeutung der sprachlichen Komplexität 2) 1929
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205
1) Die Bedeutung der sprachlichen Komplexität
2) 1929

Die Bedeutung der sprachlichen Komplexität
Ein paar Männer in lockerem, weißem Kleid spazieren in einem Hain und unterhalten sich über Philosophie, Mathematik und ähnliches. Es ist ihnen nicht daran gelegen, ihre Projekte und Gedanken in die Tat umzusetzen. Es geht nur darum, auch den wundersamsten Gedankengang in Worte zu fassen, geistig zu ergreifen. Niemand hätte davon einen Vorteil, keinem würde es die Arbeit erleichtern. Zu dieser Kunst des Gedankenaustausches ohne greifbare Endprodukte ist ein komplexes System von Wort und Struktur, also Grammatik, nötig.
Ein kleines Beispiel dazu: Ich arbeite mit einem modernen Laptop, benutze alle zur Verfügung stehenden Programme und versuche dann das gleiche mit einem alten 286. Die Programme vertreten hier die Struktur und Wörter einer Sprache. Natürlich werde ich auf der alten Maschine fast nicht verwirklichen können.
Kenner der antiken Sprachen äußern sich meist anerkennend oder in Erinnerung an die Schulzeit und die Schweißausbrüche bei Übersetzungsversuchen abwinkend.
Wie kommt es, dass heutige Sprachen all diese strukturellen Möglichkeiten nicht mehr ausnutzen? Denken wir nur an die zwölf Zeiten im Englischen! Was hat sich in unserer Kommunikation geändert?
Nach einem dunklen Mittelalter entwickelte sich die Technik, Baukunst, Musik und schließlich Photographie. Ich sehe etwas Interessantes, mache mit meinem Telefon ein Bild, schreibe darunter „Dort bin ich!“, wähle dazu einen passenden Hintergrund aus meinem Musikregister und schicke es meiner Liebsten. Müsste ich jenes mit einem Text vollbringen, würde es wesentlich länger dauern. Wir drücken uns technisch aus! Sprache beschränkt sich sozusagen auf kurze konkrete Anweisungen, aber reicht nur selten bis Beschreibungen, Erklärungen oder Ausdruck der Gefühlsregungen.


1929
„Die Ursache der Weltwirtschaftskrise war die Überproduktion!“ – heißt es nicht nur in einem Fachbuch, das sich mit diesem Thema beschäftigt. Eine gutklingende Erklärung für einen vereinfachten Slogan!
Nach den napoleonischen Kriegen gelang es dem Engländer mit Übereinstimmung der damaligen Königshäuser, die die Bedeutung der überseeischen Provinzen noch immer unterschätzten, eine „Balance of Power“-Politik zu verwirklichen. Die Welt war mit Hilfe der Technik global geworden. Den Handel wickelten die Engländer ab, weil sie über die größte Flotte verfügten und ihre Stützpunkte an den wichtigsten Stellen hatten. Sie schafften also Rohprodukte nach Europa und Fertigprodukte von Europa in die übrigen Teile der Welt. Und solange die Europäer mit ihrer regionalen Machtpolitik und die Engländer mit ihren Kolonien beschäftigt waren, gab es ein vorher unbekanntes Wirtschaftswachstum. Hundert Jahre sollte dieser fast paradiesische Zustand dauern. Ende des neunzehnten Jahrhunderts waren dann die Machtstrukturen in Europa ziemlich festgefahren und vor allem das unter Bismarck vereinigte Deutschland sehnte sich nach mehr. Die Engländer bestimmten Zölle und Preise für Rohstoffe und Fertigprodukte und versuchten, die Tätigkeiten von Schifffahrtsunternehmen anderer Länder zu verhindern. Bei Beginn des ersten Weltkrieges war jede Partei von der Rechtmäßigkeit ihrer Sache überzeugt, der Krieg selbst für jede eine Katastrophe. Nach 1918 kam der Wiederaufbau, anfangs mit einem Wirtschaftsaufschwung. Die großen industriellen Einheiten waren alle auf Massenproduktion eingestellt, wie auch vor dem Krieg. Die Binnenmärkte bald gesättigt hätte man gerne auch im Ausland verkauft, aber hohe Einfuhrzölle machten dies für jeden unmöglich. Die politischen Führungen hatten sich auf Selbstversorgung eingestellt, um für einen möglichen Konflikt unabhängig zu sein.
Folge: Überproduktion? Nein, wirtschaftliches Chaos aufgrund von Protektionismus!

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