Tuesday, 24 November 2015

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Verständlich

Viele Gedanken schwirren uns im Kopf herum, und wenn zwei davon in eine ähnliche Richtung gehen, werden wir darauf aufmerksam.
Bei dem ersten Gedanken dreht es sich darum, dass jeder von uns schon einmal die Erfahrung gemacht hat, wie schrecklich es für alle Beteiligten ist, wenn jemand seinen Beruf nicht liebt, und dazu vielleicht noch mit Menschen arbeiten muss. Der Lehrer, der mit seinen Schülern nichts anfangen kann, der Pfleger, der sich vor dem Körper eines Kranken ekelt, der Sozialarbeiter, der auf seine Schützlinge herabsieht, usw. Hier möchte einer diese Leute gerne fragen, warum sie nicht einfach den Beruf wechseln, weil das für alle besser wäre.
Aber was geschieht, sollte jemand ohne eigene Schuld oder Zutun in so eine Situation hineinrutschen, wenn zum Beispiel der Ehepartner durch einen Unfall oder eine Krankheit plötzlich ständiger Pflege bedarf?
Beim zweiten Gedanken handelt es sich um eine Familie mit zwei Kindern, der Vater ein normaler, tüchtiger Handwerker, die Mutter eine Kassiererin in einem Kaufhaus, die Töchter lernten mit durchschnittlichem Ergebnis in der Mittelschule. Die Familie mietet eine kleine Wohnung am Rande der Stadt, in der jede Tochter ihr kleines aber eigenes Zimmer hatte. Mit neunzehn und zwanzig zogen die Kinder aus, um entweder mit einem Partner zusammen zu sein, oder allein ein eigenes Leben aufzubauen.
Der Vater kaufte einen Wohnwagen, um seinen Jugendtraum zu verwirklichen, mit seiner Frau ganz Europa zu durchreisen. Sie waren jetzt fünfzig, also im besten Alter, verbrachten ihren Sommerurlaub in ihrem fahrenden Haus in Skandinavien und den Winterurlaub in Griechenland, Süditalien oder Südspanien. Das hatten sie drei Jahre lang gemacht, als die Frau an ihrem Arbeitsplatz einen Infarkt erlitt.
Jeden Tag war er im Krankenhaus, brachte ihr Blumen, wie in der ersten Zeit ihrer Beziehung, las ihr etwas vor, unterhielt sie oder erzählte ihr über die Pläne für die nächste Reise, die er schmiedete. Die Ärzte machten ihn darauf aufmerksam, dass seine Frau ständiger Pflege und Ruhe bedarf. Hieß dies, dass sie nicht mehr reisen konnten? Den ersten Winterurlaub verbrachten sie zu Hause. An Weihnachten kamen die Töchter und lobten den Vater, weil sie nicht jeden Tag kommen könnten, um sich um die Mutter zu kümmern, vor allem weil sie ein eigenes Leben hatten. Im Sommer fuhren sie mit dem Wohnwagen an die Ostsee, weil er das fahrende Haus so umgebaut hatte, dass es dafür geeignet war. Einmal ging es ihr besser, ein andermal schlechter. Manchmal lachte sie auch, besonders wenn er Witze machte. Aber alles in allem war das Reisen für sie jetzt eine Qual.
Und dann bekam sie ihren zweiten Infarkt, genau bei Sonnenuntergang, als sie über eine ein bisschen holprige Strecke fahren mussten, um einen schönen Standplatz für das Lager zu finden. Er rief die Rettungswacht. Sie kamen wegen der Straßenverhältnisse mit dem Hubschrauber. Jetzt wusste er, was er vorher schon geahnt hatte, aber sich nicht eingestehen wollte. Obwohl seine Frau sehr krank war, wollt sie leben und als sie im Krankenhaus erwachte und ihn neben sich sah, war sie glücklich und traurig zugleich. Sie wusste, dass sie sterben würde, wenn sie weiterreisten und dass sie ihn umbringen würde, wenn sie von ihm verlangte, zu Hause zu bleiben. Als sie jung waren und mit dem Motorrad einen Ausflug machten, hatte er zu ihr gesagt, dass er nicht in der Wohnung und noch weniger im Bett sterben wolle. Nie saß er vor dem Fernseher, umging Bücher von weitem, war sportlich und verbrachte den größten Teil seiner Zeit an der frischen Luft, schlief selbst im Sommer lieber im Garten, als im Haus.
Als sie aus dem Krankenhaus entlassen wurde und er sie nach Hause brachte, war sie nicht glücklich. Fast dreißig Jahre hatten sie zusammen verbracht, er war ihr immer treu gewesen, liebte sie, aber sie sah, wie er in ein paar Wochen wie eine Blume ohne Wasser verwelkte. Und eines Abends, er kam gerade aus der Garage, weil er dort am Wohnwagen etwas repariert hatte, sagte sie zu ihm: „Ich kann nicht mehr mit ansehen, wie du an meiner Krankheit mehr leidest, als ich selbst! Wahrscheinlich ist es das Beste, wenn du aus meinem Leben verschwindest und wir uns beide die Möglichkeit geben, mit jemandem anders glücklich zu werden. Oder vielleicht brauchen wir auch niemanden, um zufrieden und ausgeglichen zu leben. Ich kann nicht aus deinem Leben gehen, weil ich mich nicht mehr bewegen kann, und sterben will ich nicht. Ich lege die Bürde der Entscheidung auf deine Schultern.
Danach sprachen sie tagelang nicht miteinander. Eines Morgens war er dann verschwunden. Niemand wusste, wohin er gegangen war, oder was er machte. Er hatte den Kontakt zu allen Familienmitgliedern, Verwandten, Freunden abgebrochen. „Verstanden? Ja, verstanden hätte ihn sowieso keiner! Und er wusste, dass es keinen Sinn hätte, zu versuchen, es ihnen zu erklären.“

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Moderne Probleme

Wirtschaftsfachmann: Es wird immer schwieriger, die Renten zu finanzieren, weil es immer mehr Rentner gibt.
Politiker: Entweder müssten die Geburtenzahlen steigen, oder viele Einwanderer aus weniger entwickelten Ländern kommen, um die Zahl der jungen Steuerzahler zu erhöhen.
Nationalist: Wir brauchen keine Ausländer in unserem Land, sondern müssen einfach verhindern, dass unsere Frauen abtreiben.
Soziologe: Wir brauchen zehn Arbeitende, um einen Rentner zu unterstützen. Davon sterben, bis jene alt werden und in Rente gehen, nur drei. In der nächsten Runde werden siebzig Steuerzahler benötigt. Nach dieser Rechnung müsste sich die Bevölkerung alle drei Generationen verdoppeln, was natürlich unmöglich ist. Außerdem steigen bei einem Verbot der Abtreibung die Geburtenzahlen nur eine kurze Zeit, bevor Frau und Mann eine andere Lösung finden, dieses Verbot zu umgehen und Europa gehört nach Westchina und der indischen Halbinsel zu den Regionen der Welt, in denen die Bevölkerungsdichte am größten ist.
Katholik: Abtreibung ist Mord. Gott gibt das Leben und er nimmt es wieder. Kein Mensch hat das Recht, über Leben und Tod zu entscheiden, auch nicht über Ungeborenes.
Arzt: Erst nach dem dritten Monat kommt es zu den ersten eigenständigen Körperfunktionen des Embryos. Ich denke, dass man vorher noch nicht von einem Menschen sprechen kann.
Esoteriker: Wenn eine Samenzelle auf eine Eizelle trifft, entsteht eine Seele. Wenn wir diese Seele nicht zustande kommen lassen, stören wir die Welt der Seelen.
Frauenrechtlerin: Jede Frau muss das Recht haben, für sich selbst zu entscheiden.
Psychologe: Wenn eine Frau einem Mann ein Kind nicht gebären will, bedeutet das für den Mann, dass sie auch ihn ablehnt.
Frauenfeind: Die Frauen sollten sich glücklich schätzen, dass es ihnen in Europa so gut geht. In verschiedenen Ländern würde ihnen auch noch der Kitzler herausgeschnitten, damit sie überhaupt keine Freude fühlen können. Und dann sind diese Emanzen so unüberlegt, dass sie einen Araber oder Neger heiraten.
Konservativer: Die Aufgabe der Frau ist das Kinderkriegen und das familiäre Heim zu hegen, das dem Mann die Möglichkeit gibt, sich zu erholen und Kraft zu sammeln.
Frau: Ein Befürworter der Abtreibung würde nie einem Gegner dieser Errungenschaft des 20. Jahrhunderts befehlen, ein Kind abtreiben zu lassen. Aber wenn es zu viele Gegner gibt, wird die Abtreibung einfach verboten. Wer muss denn eigentlich die Kinder erziehen? Der Mann in dem Abtreibungsgremium oder die schwangere Frau? Und wenn eine Frau über ihr eigenes Geld verfügt, ist es für sie leichter, den Mann, der sie misshandelt, zu verlassen.
Wirtschaftshistoriker: Seit Adam Smith wissen wir, dass die Wirtschaft dann am besten funktioniert, wenn so viele Teilnehmer der Gesellschaft wie möglich in das produzierende Verfahren und später in den Kreis der Käufer eingebaut werden können. Und dies ist aber nur dann möglich, wenn auch die Frauen ihr Leben unabhängig gestalten können.
Frauenarzt: Ich denke, dass Frauen im Allgemeinen mehr legal als Männer arbeiten, weil sie Wert auf Gesundheit legen, dazu einen Frauenarzt brauchen und deshalb eine staatliche Krankenversicherung in Anspruch nehmen wollen.
Familienpsychologe: Wenn Eltern abwechselnd in den Mutterschaftsurlaub gehen, verbessert sich das Verhältnis zwischen Vater und Kindern und die Beziehung zwischen Frau und Mann ist entspannter, wenn die Frau gleichrangig ist.

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