Tuesday, 15 May 2018

228 Kleinere Schriften XXVII 1) „Alt werden“ 2) Der Wein und seine sechzehn Grad 3) Prüfungen zur Aufnahme in den Staatsdienst 4) Ordnung oder Chaos
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1) „Alt werden“
2) Der Wein und seine sechzehn Grad
3) Prüfungen zur Aufnahme in den Staatsdienst
4) Ordnung oder Chaos


„Alt werden“ bedeutet zu denken, dass es nichts Neues zu entdecken gibt!
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Der Wein und seine sechzehn Grad
Wer hat nicht schon Weinkellner und –kenner gehört, die schwören, der Wein entfalte seinen vollen Geschmack bei sechzehn Grad. Sei er kälter, so betäube er Gaumen und Geschmacksnerven im Mund, Rachen und Speiseröhre, sei er wärmer ….., naja es ist ja keine Suppe. Und hier habe ich den restlichen Blödsinn vergessen, weil es auch ganz uninteressant ist. Warum genau sechzehn Grad? Wären vierzehn, fünfzehn, siebzehn oder achtzehn Grad wirklich ein so großes Problem. Wir essen die Fleischsuppe heiß, jede Form von Eis fast gefroren, heißen Glühwein im Winter, von fünf bis fünfzig Grad kann da alles gefunden werden.
Vor der Erfindung des Kühlschrankes befanden sich Milchgeschäfte und andere Läden, die sich mit dem Verkauf von leichtverderblichen Waren beschäftigen, meist im Keller oder Souterrain eines Hauses, weil es dort kühl ist. Und befindet sich der Keller ganz unter der Erde, so gibt es Sommer wie Winter ständig sechzehn Grad. Was würde wohl geschehen, sollte man diese Räumlichkeiten heizen oder kühlen müssen, um vierzehn, fünfzehn, siebzehn oder achtzehn Grad zu erreichen? Und so hören wir auch weiterhin die „neunmal klugen“ Erklärungen der praktischen Weinkenner.
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Prüfungen zur Aufnahme in den Staatsdienst
Wie finden Unternehmen die geeigneten Mitarbeiter? Größere Firmen haben dafür einen Einstellungstest, der dem persönlichen Gespräch vorausgeht. So ist dies auch beim Staatsdienst. Die zu lösenden Aufgaben oder Fragen richten sich natürlich nach den Fähigkeiten, die bei einer gewissen Tätigkeit erforderlich sind. Das sollte man doch eigentlich meinen! Aber beim Staatsdienst werden vor allem Fragen gestellt, die sich mit Geschichte beschäftigen, zum Beispiel, welcher König wann sein Land groß machte.
Wie wird in den Schulen Geschichte unterrichtet?
Wenn ein König oder Staatsmann erfolgreich war, das Staatsgebiet vergrößerte, einen reichen Hof führte und vielleicht noch die Künste unterstützte, um seine prachtvollen Paläste mit allem möglichen Glitzer zu schmücken und füllen, zeigt man den Schülern diese Gebäude und zählt ihnen die strategisch wichtigen Schlachten auf, hält ihnen Bilder von riesigen Grabmälern (Pyramiden) vor die Nase. Natürlich informiert man diese Lernenden nicht darüber, wie viele Untertanen dafür ihr Leben lassen mussten. Es wird ihnen ein selektives Wissen vermittelt, man möchte in den zukünftigen Staatsbürgern nur den Nationalstolz erwecken. Auch im Staatsdienst werden nur solche gebraucht, selbständig Denkende, gar Erneuerer oder aufständische Typen sind unerwünscht.
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4) Ordnung oder Chaos
Es ärgert mich! Ich habe wieder nicht aufgepasst. Es war nicht sehr teuer, nur einen halben Stundenlohn, aber es funktioniert nicht. In einem Staat mit Ordnung würde so etwas nicht passieren. Man müsste es nicht zurückbringen, weil der Laden nicht einmal versuchen würde, so etwas an den Mann zu bringen. In einem Staat mit Ordnung bekommt einer nur dann eine Arbeitsstelle, wenn er eine Wohnung hat, eine Wohnung nur dann, wenn er ein Konto hat, und ein Konto nur dann, wenn er eine Arbeitsstelle hat. Und was passiert, wenn einer einmal ausrutscht und aus der Ordnung herausfällt? Einer ist ein begabter Musiker, Schriftsteller, Handwerker, Psychologe …… Dann kann er in der Ordnung nur dann erfolgreich sein, wenn er die dafür nötigen Schulen, Ausbildungsplätze oder Universitäten, also die von diesem Staat anerkannten Ausbildungsinstitute, besucht. Hat er das nicht gemacht, kann er sich sein Brot nur mit zweitrangiger Arbeit verdienen. Es ist auch nicht sicher, dass in einer Ordnung alles immer wirklich richtig funktioniert.
Graue, wirtschaftliche Zonen sind nötig, weil sich eine Ordnung ohne Hintertüren selbst funktionsunfähig machen würde.
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Friday, 11 May 2018

227 Kleiner Schriften XXVI / Athen, Descartes, Adam Smith, Marquis de Sade, Charles Darwin, Schopenhauer / Der emanzipierte Einzelne als Grundlage von Demokratie und Wohlstand
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Athen, Descartes, Adam Smith, Marquis de Sade, Charles Darwin, Schopenhauer / Der emanzipierte Einzelne als Grundlage von Demokratie und Wohlstand

Was war wohl passiert, dass die Athener plötzlich entschieden, sich nicht mehr einem König zu unterwerfen, sondern ihr Geschick in die eigenen Hände zu nehmen, selbstverantwortlich zu handeln? Um sich herum konnten sie sich kein Beispiel nehmen. Auch ihre eigene Gesellschaft war alles andere als ideal, nur besitzende, freie, männliche Mitglieder der Gemeinschaft nahmen an den Entscheidungsverfahren teil, nach dem Grundsatz: „Wer ein Interesse hat, handelt verantwortungsbewusst!“ Ein Widerspruch der Geschichte: Leute, die selbst Sklaven hielten, wollten für sich selbst entscheiden. Vielleicht stellten sie auch vor, auf ihrem Bauernhof ein kleiner ungekrönter König / Herrscher zu sein.
Kann ein Sklave langsam zu einem selbständigen Einzelnen werden oder erzogen werden?
Im alten Ägypten ließen sie sich mit dem toten Pharao in die Totenkammer der Pyramide einmauern und begraben, in der Hoffnung diesem, so wie im Dieseits, auch im Jenseits zu dienen. Sie waren mit ihm auf Leben und Tod verbunden. War der Pharao gestorben, ging das Leben auch für sie zu seinem Ende.
Nach der Republik machten die Römer wieder ein paar Schritte zurück. Vielleicht war es weniger schlecht, nur von einem und dessen Handlangern ausgeraubt zu werden, als mehrmals von verschiedenen Interessengruppen, bei der jeder den Gott auf Erden spielte.
Auch der Monotheismus geht in diese Richtung, im Gegensatz zum Polytheismus muss nun nur noch einem Gott ein Opfer, oder besser Tribut, abgetreten werden. Irgendwann hatte der Einzelne genug und behielt alles für sich.
Aber im Mittelalter führte dies zuerst zu einer noch innigeren Bindung zu nur einem Gott, der Einzelne selbst gehörte dem Gott, der Kirche (Thomas von Aquin: „Ich bin, weil Gott mich geschaffen hat!), dem Lehnherrn, dem König.
Erst Descartes fand wieder zu sich selbst zurück, ein Aristokrat, der es schwerlich verkraftete, dass jemand über ihm stehen sollte. Aber sein „Cogito, ergo sum!“ war gefährlich, dies kam eigentlich einer Gottesverneinung/ leugnung oder Gotteslästerung gleich. Doch es war nötig, damit der Mensch sich emanzipieren konnte. Das sollte der erste, wirkliche Schritt dazu sein, während die Welt noch immer von Gott und König geführt und geregelt wurde.
 Als Adam Smith in seinem Werk „The wealth of nations“ erklärte, die Entwicklungen in der Wirtschaft würden sich gegenseitig ausgleichen, wollte und konnte ihn keiner verstehen. Unverständlich: Etwas reguliert sich selbst! Schon grammatikalisch klang das zu jener Zeit absurd. Sprachen, wie das Deutsche, benutzen hier den Doppelreflektiv „sich selbst“. Seine Zeitgenossen begnügten sich mit der bildlichen Darstellung „invisible hand“.
Die Abhängigkeit zwischen Gott / König und Untertanen wird bei Marquis de Sade noch deutlicher: Ein Gott /König / Aristokrat würde sich niemals bei einem Normalsterblichen für etwas entschuldigen. Verzeihung gibt es nur unter Gleichberechtigten.
Charles Darwin schneidet dann die letzte Kette durch: Zur Evolution brauchen wir keinen Gott.
Schopenhauer setzt das Pünktchen auf das „i“: Gott ist das vergrößerte Abbild des Menschen (also nur ein Hirngespinst).
Danach konnten Frauen, Afrikaner, Asiaten, Indianer, Homosexuelle, Leute mit körperlichen und geistigen Nachteilen gleiches Recht erhalten.
Und wo lebt der Mensch wirtschaftlich am besten, am längsten, aber nicht am glücklichsten?
Natürlich in Demokratien! Und dort ist das Leben am schwersten, weil man / frau denken muss.
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Monday, 7 May 2018

226 Kleiner Schriften XXV 1) Wenn die Dummheit denkt 2) Berufe der Zukunft 3) Neugierde, Neid, Stolz und Eitelkeit
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1) Wenn die Dummheit denkt
2) Berufe der Zukunft
3) Neugierde, Neid, Stolz und Eitelkeit


1) Wenn die Dummheit denkt, dass sie die Elite ist.
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2) Berufe der Zukunft
Die Technik (griechisch: Fähigkeiten) mach unser Leben leichter und bequemer, wie sie uns wortwörtlich die Arbeit abnimmt. Auf einer gewissen Stufe macht sie gar Arbeitskräfte überflüssig, da diese durch Maschinen ersetzt werden können. Es gibt eigentlich keine Tätigkeit, in der auch nur die kleinste Wiederholung vorkommt, die eine Maschine oder ein Programm nicht schneller oder gar besser erledigen könnte. In sehr modernen Krankenhäusern wird nur noch der Plan des Eingriffes ausgearbeitet, alles andere wird von Robotern ausgeführt. Selbst für Ballsportarten sind Roboter geeignet. Stellen wir uns Firmen vor, die wie bei Formel 1 ihre neueste Entwicklung ausprobieren und bekannt machen.
Aber was sind Berufe, die eine Maschine nicht kann? Werden wir bald alle arbeitslos? Ich erwähnte schon, dass Wiederholung und Kreativität hier eine entscheidende Rolle spielen, und vor allem der Umgang mit Menschen. Psychiater, Psychologen, Personaltrainer. Der Mensch hat ein Verlangen danach, dass man sich mit ihm beschäftigt, wir sind der Mittelpunkt unserer eigenen Welt. Und dann natürlich der Lehrer! Jedem Kind werden mehrere Lehrer zur Seite stehen, später sogenannte Berater. Nur jeder tausendste, der durch Phantasie und Erfindungsgeit herausragt, bekommt die Aufgabe, Neues zu entwickeln.
Neues? – Natürlich! Neue Wünsche, Möglichkeiten, Bedürfnisse. Das sind die einzigen Dinge, zu denen Maschinen nicht fähig sind. Sie haben keine Träume oder Vorstellungen über die Zukunft.
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3) Neugierde, Neid, Stolz und Eitelkeit
Zeus (Kronides) schaffte es einfach nicht, seiner Frau Hera treu zu sei, immer wieder ließ er sich von der Sucht nach junger Schönheit besiegen. Eines seiner Opfer war eine Königstochter namens Semele, der er als schöner Jüngling erschien. Welcher Mann stattlichen Alters rühmt sich nicht auch heute gern, bei jüngeren Mädchen anzukommen, um den Neid anderer zu erwecken. Semele war nicht weniger eitel, um sich der männlichen Schönheit und reichen Kleidung hinzugeben. Sie hätte nun ihr glückliches, nächtliches Leben genießen können, wäre sie nicht auch stolz gewesen. Sie musste es unbedingt jemandem erzählen. Der Legende nach sprach sie mit ihrer alten Hebamme darüber, aber wir können fast sicher sein, dass sie sich wohl ihren Gespielinnen anvertraute, die sie beneiden sollten. Dies taten jene auch und verlangten sogleich Beweise. Semele zwang nun den obersten Gott, der sich natürlich weiterhin mit seiner Schönen vergnügen wollte, sich zu erkennen zu geben, seine Größe und Macht zu zeigen. Als einfacher Jüngling war er zärtlich und lieblich, aber als Gott mit seinem Blitz in der Hand verbrannte sie neben ihm.
Die  griechische Mythologie ist voll von Halbgöttern, die natürlich von irgendeinem menschlichen und einem göttlichen Partner geboren werden mussten. Und Amor verletzte mit seinen lieblichen Pfeilen nicht nur andere, sondern war manchmal so ungeschickt in die eigene Grube zu fallen. In dieser Geschichte verliebte er sich in die hochgeborene, schöne Psyche. Er konnte sie, oder sie ihn, nur in der Nacht unsichtbar oder ungesehen genießen, Sie hätte mehr fühlen und nicht sehen müssen. Doch ist eine Freude erst dann richtig groß, wenn man / frau um sich beneidet wird, deshalb berichtete sie ihren Schwestern davon, die ihr dann das Glück verderben wollten. „Wenn ich nicht glücklich bin, soll es ein anderer auch nicht sein!“ Als nun Amor wieder einmal nach einer mannprüfenden Bettschlacht erschöpft neben Psyche niedergesunken war, stand sie auf und entzündete eine Öllampe. Entzückt von dem Anblick hielt sie die Lampe unvorsichtigerweise ein wenig schief, so dass heißes Öl auf den Arm des Schlafenden tropfte, worauf er erwachte. Erkannt konnte er nun nicht mehr bei ihr verweilen. Erst nach langen Abenteuern bekam die Trostlose ihren Geliebten wieder.
Im  Mittelalter bot die öffentliche Meinung den Liebenden keine besseren Eigenschaften. Woher hätte man / frau solches auch lernen sollen, wenn eine katholische Kirche ihnen immer vor Augen hielt, wie schlecht sie seien und sowieso nur in einem Jammertal schmachteten? Als Lohengrin im Ritterkampf seine Elsa aus den Fängen des Gottesgerichtes befreite, legte er ihr zwar nahe, ihn nie nach seiner Herkunft oder seinem Namen zu befragen, doch nach glücklichen Flitterwochen konnte sie vor dem Altar der eigenen Neugier und dem Drängen der anderen nicht weiter widerstehen. Gezwungen zur Antwort verabschiedete er sich. So verlor sie ihn, bevor sie seine Zärtlichkeit erst richtig hätte auskosten können. Und wie der elende Jesus, musste auch sie vor Trauer zugrunde gehen.
Heute sollte man / frau doch hoffentlich etwas gelernt haben, nicht wahr?

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Thursday, 5 April 2018

225 Kleiner Schriften XXIV 1) Versailles / Trianon oder die Hirngespinnste des einfachen Volkes 2) It isn’t easy 3) Sucht ist, etwas 4) Der Status des 5) Weist die Besonderheit 6) Es ist verständlich 7) Für manche Leute 8) Es gab eine Zeit 9) Sollte jemand Unrecht haben 10) Man sagt dir
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1) Versailles / Trianon oder die Hirngespinnste des einfachen Volkes
2) It isn’t easy
3) Sucht ist, etwas
4) Der Status des
5) Weist die Besonderheit
6) Es ist verständlich
7) Für manche Leute
8) Es gab eine Zeit
9) Sollte jemand Unrecht haben
10) Man sagt dir

1) Versailles / Trianon oder die Hirngespinnste des einfachen Volkes
Die Bauern und ihre Frauen waren gerade draußen bei der Feldarbeit, die alten und Kinder in den Häusern oder den Gärten um die Häuser beschäftigt, als die Kirchenglocke ertönte. „Was ist passiert? Ein Brand? Oder der Kirchendiener, der wieder einmal zu tief ins Glas geschaut hat?” Solche und ähnlich Fragen stellten sich die Dorfbewohner, während sie alles stehen und liegen ließen, um auf den Marktplatz vor der Kirche zu eilen.
Auf dem Balkon des einstöckigen Rathauses rechts von dem Gotteshaus erwartete sie ein Staatsbeamter. Als sich der Platz gefüllt und der Pfarrer das Gefühl hatte, dass alle anwesend waren, erhob er das Wort, um die durcheinanderredenden zur Stille zu bewegen. „Der hohe Staatsbeamte der Republik hat euch etwas zu sagen!“ – fing er an. „Es lebe der Kaiser! Nieder mit den Franzosen, Juden und Bolschewiken!“ – ertönte es aus der Menge. Anscheinend hatte sie noch keiner darüber informiert, dass der Kaiser ein Jahr vorher abgedankt hatte. Naja, Berlin war weit weg und für die Bayern war ein Leben ohne König oder Kaiser, wie eine Mahlzeit ohne Brot.
„Deutschland ist verloren!“ begann der Staatsbeamte. „In Versailles wurde entschieden, dass unser Heimatland wirtschaftlich wichtige Gebiete an die Siegermächte abtreten muss!“ „Versa? Was? Obersdorf (eine Ortschaft zehn Kilometer weit von unserem Dorf der Geschichte entfernt) kommt zu den Franzosen? Niemals! Der Krieg ist noch nicht verloren!“ Schrie ein alter Graubart, der sich vorsichtshalber in Schale, also in seine alte Gefreitenuniform, geworfen hatte. Als siebzehnjähriger hatte er in den Jahren 1870/71 an dem Feldzug gegen Frankreich teilgenommen und sich so tapfer geschlagen, dass er einen Arm und ein Bein verlor, eine Auszeichnung bekam und seither von der Dorfgemeinschaft verehrt und versorgt werden musste. „Wir werden den Franzus bis nach Hinterdorf zurücktreiben. Dort bin ich geboren, das geb ich nicht her.“

2) It isn’t easy to be great or grand. All small people always want to hide behind you!

3) Sucht ist, etwas nicht aufhören/aufgeben zu können und (obwohl es nicht mehr glücklich macht.) sich dabei aber nicht glücklich zu fühlen.

4) Der Status des weisen Ratgebers hat einen Vorteil und einen Nachteil. Er kann als Außenstehender den Geschehnissen zusehen. Er muss als Außenstehender den Geschehnissen zusehen.

5) Weist die Besonderheit, mit der eine Schrift auf mich wirkt, darauf hin, dass es mir an zwischenmenschlichen Beziehungen mangelt und ich Anregungen aus diesen durch jene ersetze?

6) Es ist verständlich, dass es Leute gibt, die gerne anderen Befehle geben oder jene unterdrücken. Aber für einen Freigeist ist es ganz unverständlich, dass es auch solche gibt, die sich gerne unterdrücken oder Befehle geben lassen, damit ihnen gesagt wird, was sie zu tun hätten.

7) Für manche Leute ist es sehr schwierig, sich an die Spitze einer Gruppe zu stellen, und dabei aber Demokrat zu bleiben.

8) Es gab eine Zeit, ich bemühte mich, den Erwartungen der Gesellschaft zu entsprechen, aber ohne größeren Erfolg, man wollte mich nicht haben.
Dann wandt ich mich ab. Man bestrafte mich und rief mir zu, dass ich sowieso bald zurückkehren werde. Sie wählten einen Hitler, Horthy, Mussolini und schämen sich nicht einmal dafür. Sie wählen heute, im Jahre zweitausendachtzehn, wegen der Einwanderer aus Afrika und Asien wieder AFD oder Orbán, weil sie aus der Geschichte nichts gelernt haben. Aber es interessiert mich nicht mehr, was die Gesellschaft denkt. Und dann kamen sie, verlangten meine Anerkennung, später wollten sie sie. Sie haben Angst, dass ihr System zusammenbricht. Jetzt bitten sie mich. Ich brauche sie aber nicht. Wie erbärmlich sie doch sind!

9) Sollte jemand Unrecht haben, kann versucht werden, ihn zu verstehen, indem man seine Herkunft oder den Werdegang seiner Gedanken in Betracht zieht. Diese werden mildernde Umstände genannt. Aber entschuldigen kann ihn deshalb trotzdem nicht.

10) Man sagt dir, dass man dich liebt und nur das Beste für dich will. Wäre man wirklich daran interessiert, würde man in Betracht ziehen, ob du dich dabei auch wohl fühlst. Aber man möchte nur, dass du dich eingliederst. Man gibt dir das Gefühl, dass man sich für dich schämen muss. Dass diese Leute sich nicht für sich selbst schämen, bringt mich immer wieder in Verwunderung.
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Friday, 16 February 2018

224 Kleiner Schriften XXIII 1) Zufällig getroffen 2) Es gibt nur wenige Dinge 3) Frauen und ihre Männer
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1) Zufällig getroffen
2) Es gibt nur wenige Dinge
3) Frauen und ihre Männer

1) Zufällig getroffen
Ein schöner Tag für einen Spaziergang, und kein besonderes Vorhaben. Ich setzte mich auf eine Bank im Park und begann, zu lesen. Das Buch war nicht so interessant, aber man legt kein Buch weg, das nicht zu schlecht ist und schon zur Hälfte gelesen ist. Die Hunde oder Spaziergänger, die an meiner Bank vorbeigingen, bemerkte ich kaum.
Doch dann hatte ich das Gefühl, dass mich jemand anschaut. Ich hob langsam den Blick. Zuerst Füße und Beine, eine Frau, ein Herbstmantel, ganz elegant, dann blonde, kurze Haare. Sie lächelte. Ich suchte in meinem Gedächtnis. Wahrscheinlich bemerkte sie die Lücke in meinen Erinnerungen. Ein Vorname und ein Ort wurden mir genannt. Die Suche in meinen Gehirngängen ging weiter. Ja, nun hatte ich etwas gefunden: „Vor fünfundzwanzig Jahren?“ – „Richtig!“ – kam die Antwort. Ich wollte aufstehen, aber sie hatte sich schon gesetzt. Vielleicht wollte sie eine Umarmung umgehen, obwohl meine Überraschung noch immer zu groß war, um dies zu vollbringen. Ungefähr fünfundzwanzig Jahre früher hatte es in meinem Leben ein Mädchen gegeben, weder sehr lange, noch sehr prägend. Man würde das eine Liaison nennen, ich hatte auch nie viel an sie gedacht.
„Wie geht’s?“ – fragte sie. „Gut, danke. Und dir?“ – „Gut.“ Ihr Tonfall veranlasste mich zu der Bemerkung: „Das klingt nicht sehr überzeugend.“ – „Das sollte es auch nicht sein!“ – kam ihre Antwort langsam.
Jetzt begann sie, zu erzählen. Meine Gedanken kreisten um ihre Erscheinung. Fünfundzwanzig Jahre hatten auch sie geprägt, eine reife Frau, vielleicht ein bisschen überreif, aber noch nicht faul, auf keinen Fall. Sie hatte geheiratet, eine Tochter, die bereits im Ausland studierte, und ihr Mann mit Karriere.
Sie hatte ein paar Beiträge und Musikstücke von mir im Internet gelesen und gehört. Nun funkelten ihre Augen. „Wenn du so weitermachst, wirst du noch bekannt.“ Berühmte Leute trifft man nicht an jeder Straßenecke. „Du musst ein sehr interessantes Leben haben.“ – „Es ist sehr abwechslungsreich, aber sehr unsicher.“ – Sie dachte kurz nach: „Du lebtest auch vor fünfundzwanzig Jahren schon so und hast dich nicht geändert.“ Und jetzt fiel mir der Grund für unsere baldige Trennung ein und ich sagte lächelnd. „Es war für dich auch damals ein Problem, dass man mit mir nicht repräsentieren kann.“
Nach ein paar weiteren unbedeutenden Sätzen verabschiedeten wir uns. Sie ließ mich mit meinem Buch allein. Es ging so schnell, dass ich wieder keine Gelegenheit hatte, aufzustehen.

2) Es gibt nur wenige Dinge, bei denen wirklich ein Rückgrat gezeigt werden muss. In sonstigen Fällen spielen Schwächen keine Rolle.

3) Frauen und ihre Männer
In dem Buch „Kamasutra“ geht es nicht um die Beschreibung von hundertfünfzig verschiedenen Stellungen. Vor zweitausendfünfhundert Jahren befriedigten die Freudendamen ihre Kundschaft mit dem Mund. Dadurch war eine Erkrankung der Frau, oder Verbreitung von Geschlechtskrankheiten weitgehend ausgeschlossen (Es gab damals noch kein Aids.). Ein weiser wird zitiert, der behauptet, dass Frauen eigentlich keinen Orgasmus hätten.
In einigen afrikanischen Ländern wird den Mädchen zwischen dem achten und zehnten Lebensjahr noch heute der Klitoris herausgeschnitten. Sie sollen beim Geschlechtsverkehr weniger Freude empfinden und dadurch vor der Sünde des Fremdgehens bewahrt werden. Ich frage mich, ob es die dortigen Männer nicht stört, dass ihre Frauen beim ehelichen, sexuellen Akt selbstverständlich auch weniger Freude fühlen und zeigen.
Natürlich ist es am Beginn des einundzwanzigsten Jahrhunderts in Europa und Nordamerika nicht mehr ganz so schlimm, aber eine Machomentalität beherrscht auch diese Regionen noch immer, angefangen bei Lohnunterschieden bis zum Mutterschaftsurlaub. In großen Kulturzentren, in denen Frauen finanziell unabhängiger sind, suchen sie sich lieber einen feminineren Mann, vielleicht verstehe er sie besser.
Tatsache ist, dass Frauen Kinder gebären und schon deshalb eine wesentlich tiefere Beziehung zu ihren Kindern haben. Weiterhin wird es auch in der Zukunft für alleinerziehende Frauen nicht leicht sein. Ein Partner könnte ihnen dabei sehr behilflich sein. Die große Frage ist nur, wie man/frau so einen findet.
Es gibt viele Arten von Männern. Die meisten Kinder aus erster Ehe stammen meist von einem Traummann, mit dem es aber unmöglich war, ein gemeinsames Leben aufzubauen. Da ist dann der andere, der sich leicht beeinflussen lässt. Doch so einem fehlt oft Eigeninitiative, die Frau muss ihn erobern und er ist auch sonst mehr ein Waschlappen, zwar pflegeleicht, aber totlangweilig. Und wenn man/frau schließlich einen gefunden, ausgesucht und in ihren Bann gezogen hat, muss sie diesem jeden Tag mehrmals das Gefühl geben, dass er der Traummann, der einzige ist. Wahrscheinlich ist die Sache schwieriger mit einem Mann, als mit Kindern, vor allem, weil Sprösslinge im Normalfall nicht einfach weglaufen. Es kann den Frauen nicht verübelt werden, wenn sie mit dem Kopf und nicht mit ihrem Herzen oder Geschlechtsteil (bei Männern heißt dies: schwanzgesteuert) denken, oft sogar eine Rolle spielen. An Selbstverwirklichung ist hier sehr oft nicht zu denken, ihre gesamte Aufmerksamkeit und Ideenreichtum müssen auf dem Altar der Partnerschaft geopfert werden.

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Monday, 5 February 2018

223 Kleiner Schriften XXII 1) Ducker und ihre Widersacher 2) Warum stehst du so krumm da? 3) Von rosarot bis grau 4) Was ist das Geheimnis für eine sehr lange Beziehung? 5) Ein Ungar und ein Jude
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1) Ducker und ihre Widersacher
2) Warum stehst du so krumm da?
3) Von rosarot bis grau
4) Was ist das Geheimnis für eine sehr lange Beziehung?
5) Ein Ungar und ein Jude

1) Die Unauffälligen und ihre Widersacher
Es kann nicht jeder ein unscheinbarer Bürger werden, es muss auch ein paar Aufrührer darunter geben! Diese Unsichtbaren hatten natürlich den Unzufriedenen ausgestoßen, weil sie einfach denkfaul, falsche Moralisten oder Karrieristen gewesen waren. Die Schande begann, als sie ihren Irrtum nicht eingestehen wollten, obwohl es eigentlich offensichtlich wurde. Leider schreibt die Geschichtswissenschaft nichts über diese Unauffälligen, da sehr viele zukünftige, sowohl Rebellen, als auch Ducker und Angsthasen davon lernen könnten.

2) Warum stehst du so krumm da?
Denkst du vielleicht, dass man dich dann weniger schnell bemerkt. Du möchtest, dass ich meinen Kopf für dich hinhalte und du später rufen kannst: Wir haben gewonnen. Steh doch endlich gerade! Oder hast du kein Rückgrat? Du musst deshalb nicht sofort anfangen, falsche Tränen zu verschwenden. Du bist nämlich nicht der einzige. Solche Füßeküsser, wie du, bilden die große Mehrheit der Gesellschaft.

3) Von rosarot bis grau
Am Anfang eines Verhältnisses ist es rosarot, alles im anderen gefällt einem. Man gibt dem anderen das Gefühl eine richtige Frau, ein richtiger Mann zu sein.
Doch wenn der Gefühlssturm langsam abflaut und die erste Kritik geübt wird, fühlt sich einer betrogen, hat den Eindruck, dass alles nur gespielt wurde.
Vielleicht sind es diese Enttäuschungen, die einen alt machen.

4) Was ist das Geheimnis für eine sehr lange Beziehung?
- Beide Partner sollten aus einer kinderreichen Familie kommen, um an das Gruppenleben gewöhnt zu sein.
- Sie sollten sofort nach Verlassen ihres Elternhauses zusammenziehen, damit sie das Alleinsein erst gar nicht kennenlernen.
- Beide sollten sehr religiös sein, und deshalb auch gleich kirchlich heiraten.
- Es gilt nicht unbedingt als Nachteil, wenn ein Großelternteil, meist die Seite des Mannes, auf mehr oder weniger sanfte Weise langsam in den Hintergrund gedrängt wird, weil zu viele Köche den Brei verderben.
- Nach dem ersten Jahr des Zusammenlebens sollte das erste Kind geboren werden. Dies verstärkt das Gefühl des Zusammengehörens.
- Bis zum fünften oder sechsten Jahr kommen noch zwei oder drei Kinder. Dies verhindert die Bildung von eigenen Interessen und Hobbys, macht die Familie sozusagen zum Mittelpunkt ihres Lebens.
- Sie brauchen noch einen Kredit für ein Haus, damit es ihnen auch finanziell unmöglich ist, sich zu trennen. Außerdem können sie sich dann in ihr eigenes Leben ver- oder einschließen.
Dies hat jahrhundertelang funktioniert. Daraus entstammen Sippen, Stämme und deren Fehden. Der Feind von außen verdeckt innere Zwiespältigkeiten.
Zwei ganz unabhängig Denkende bleiben nie sehr lange zusammen.

5) Ein Ungar und ein Jude
Ich erzähle einem Ungarn über ein Gespräch mit einem Juden. Dem Juden habe es das Gesicht verzogen, als ich ihn darauf aufmerksam machte, man könne nicht einfach nach zweitausend Jahren irgendwo hingehen und sagen, dass dies „unser Land“ (Israel) sei. Nun begann der Ungar, zu lächeln. Der Jude solle sich vorstellen, dass es in Osteuropa Völker, wie die Ungarn gebe, die sagen, sie wollten das alte Reich des König Mathias wiederhaben. An dieser Stelle des Gesprächs verzog der Ungar sein Gesicht.
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