Wednesday, 13 March 2019

260 Kleinere Schriften LIV 1) Konjunktiv oder die größte Wahrscheinlichkeit 2) Kollektivschuld 3) Der treue Diener des Königs
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1) Konjunktiv oder die größte Wahrscheinlichkeit
2) Kollektivschuld
3) Der treue Diener des Königs


1) Konjunktiv oder die größte Wahrscheinlichkeit

Ich wäre in der Vergangenheit, wie auch heute, ein niemand in der großen Masse der niemande gewesen, hätte also irgendjemandem gedient oder wäre vielleicht, wie heute, einer der wenigen gewesen, die sich durch kreatives Handeln einen einigermaßen freien Status verschaffen konnten. Wesentlich wahrscheinlicher ist jedoch, dass man mich aufgehängt oder eingekerkert hätte.
Zur Zeit der Französischen Revolution hätte ich die Bastille gestürmt und mit lautem Geschrei den Kopf des Königs und der Adligen gefordert. Hatten nicht diese mich vorher tausendmal aufgehängt oder verhungern lassen? Warum hätte ich nun Barmherzigkeit zeigen sollen? Dabei wäre es mir ziemlich „wurst“ gewesen, ob ein paar Jahrhunderte später vielleicht die ganze Welt über einen berühmten König spricht.
Während der Napoleon-Kriege hätte ich als Deutscher in der französischen Armee gekämpft, weil auch Napoleon, wie seine Soldaten, sehr oft im Stall schlief, er die Grafen in Deutschland absetzte und normalen Bürgern die Möglichkeit gab, Bürgermeister zu werden oder andere höhere Ämter zu besetzen. Natürlich wäre auch ich enttäuscht gewesen, als er sich selbst zum Kaiser krönte. Nach 1816 hätte ich mich in mein Haus zurückgezogen und meine Biedermeiergefühle ausgelebt.
Ich hoffe, dass ich 1870/71 klug genug gewesen wäre, nach Amerika auszuwandern, um nicht für die Machtpolitik Bismarcks auf dem Schlachtfeld ins Gras beißen zu müssen.
Im ersten Weltkrieg wäre ich desertiert, wobei man mich bis zum heutigen Tag nicht rehabilitiert hätte.
Im zweiten Weltkrieg wäre ich als Kommunist in irgendeinem deutschen Konzentrationslager verhungert.
Und heute? Ich müsste sehen, dass die Völker und ihre etablierten Parteien noch immer nichts gelernt haben. Der Bürgerkrieg in Jugoslawien war die Folge von sozialen Spannungen, aus dem neuer Nationalismus, Rassismus und Neofaschismus entstand. Für die EU war / ist Osteuropa ein günstiger Absatzmarkt, sie musste / muss ihre Fabriken nicht mehr in China aufbauen und Intellektuelles Potential in Form von billigen Fachleuten wanderte / wandert von Osteuropa in die EU-Länder ab, wodurch vor allem in den ehemaligen, kommunistischen Ländern soziale Spannungen entstanden / entstehen. Es wundert mich, die führenden Schichten in Westeuropa scheinen wirklich zu glauben, dass sich die Auswirkungen von Maffia-Regierungen, Korruption, Neofaschismus und Rassismus auf Osteuropa beschränken lassen.


2) Kollektivschuld

Du spazierst auf der Straße und siehst, wie ein Auto gestohlen wird. Wenn du nun die Polizei rufst, bist du Zeuge, wenn du die Polizei nicht rufst, bist du Mittäter! Dieses Gesetz bestand schon im Römischen Recht und wird seit dieser Zeit angewandt. Natürlich wurde und wird dieses Gesetzt nur deshalb angewandt, um das Volk zu zwingen, die Richtlinien der Mächtigen durchzusetzen. Gesetze sollen für alle gleich sein! Warum vergessen Historiker diesen Sachverhalt, wenn es um die Beurteilung von geschichtlichen Ereignissen geht? Alle, die keinen Widerstand leisteten, leisten oder leisten werden, waren, sind und werden schuldig sein, wenn Nationalisten, Rassisten an die Macht kommen. Eine Diktatur ist nur dann möglich, wenn das Volk mitmacht oder keinen Widerstand leistet.
(Vor allem, weil diese Nationalisten das gleiche mit uns machen. Nach dem Motto von Jesus: „Bist du nicht für mich, bist du gegen mich!“ Wer bei ihnen nicht mitmacht ist ein Verräter. Und wenn dann die Katastrophe da ist, versuchen sie alle, ihren feigen Arsch zu retten.)


3) Der treue Diener des Königs

Die Legende erzählt, dass er außergewöhnlich stark gewesen sei, und seinem König immer treu gedient habe.
Nun, was hieß das im Klartext? Der König schickte seine Krieger / Soldaten aus, um die Steuern einzutreiben, und wenn der Bauer es nicht freiwillig geben wollte, dann raubten die Beauftragten des Königs ihn einfach aus. Keine Gnadenlosigkeit oder Grausamkeit war ihnen schlimm genug. Diese offiziellen Räuberbanden traten immer in großen Massen auf, um jede Hoffnung auf Widerstand sofort im Keim zu ersticken. Diese Starken, „Mutigen“ stellten sich natürlich immer auf die Seite des Stärkeren, weil sie dort am besten profitieren konnten. Sie unterdrückten die Schwachen und halfen den Starken, ihre Macht zu festigen.

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Saturday, 9 March 2019

259 Kleinere Schriften LIII Die Zukunft Osteuropas, vom Baltikum bis Griechenland (geschrieben März 2019)
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Die Zukunft Osteuropas, vom Baltikum bis Griechenland (geschrieben März 2019)

Mit dem Zusammenbruch des Kommunismus im Jahre 1990 war die kulturelle, politische und wirtschaftliche Trennung Osteuropas vom westlichen Teil des Kontinents beendet. Sowohl Ost-, als auch Westeuropa hatten darunter gelitten. Die Entwicklung war auf jedem Gebiet verlangsamt worden, Russland hatte Westeuropa, als treibender Motor, nicht ersetzen können. Nun galt es für NATO und EU, Osteuropa dem erneuten Einfluss Russlands zu entziehen. Deshalb wurden die Ostblockländer in diese militärische und jene wirtschaftliche Organisation eingegliedert. Es war natürlich jedem klar, dass die Zurückgebliebenheit Osteuropas fast zu unüberwindbaren Problemen führen würde. Schnell stellte man jedoch drei Dinge fest: 1) Es wird noch sehr lange dauern, bis auch Russland, oder wenigstens der europäische Teil des Riesenreiches, politisch zu Europa gehören kann. 2) Russland stellt auch nach dem Zusammenbruch seines diktatorischen Regimes durch sein Waffenarsenal, hauptsächlich Atomwaffen, weiterhin eine militärische Gefahr dar. 3) Russland ist aber sowohl wirtschaftlich, als auch militärisch nicht mehr in der Lage, Osteuropa unter seine Kontrolle zu bringen.
EU und NATO hatten aber nicht damit gerechnet, dass Russland ein so großer, störender Faktor bleiben würde. (1. Teilung Russlands: Während des ersten Weltkrieges, nach der kommunistischen Revolution 1917 versuchten vor allem England und Frankreich das neue Regime zu schwächen, Waffen und Berater wurden hauptsächlich zur Krim geschickt, um den Widerstand gegen das neuentstandene Regime zu unterstützen. 2. Teilung Russlands: Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus verlor das Reich in den neunziger Jahren große Teile seiner Ländereien mit Bodenschätzen, vor allem in Asien, und wirtschaftlich wichtige Teile am Baltikum und im Süden (z.B. Ukraine). Russland hatte keinen Ausgang zum Baltikum und Schwarzen Meer mehr (zum ersten Mal wieder seit Peter dem Großen). 3. Teilung: Wahrscheinlich nach dem Tod von Putin. Russland finanziert sich fast ausschließlich vom Verkauf von Energieträgern an Westeuropa. Die EU-Länder aber werden in den nächsten 30 Jahren ihren Energieverbrauch auf erneuerbaren Energiequellen umstellen können und dann geht Russland Pleite.)
Der Bürgerkrieg in Jugoslawien ist hauptsächlich der Untätigkeit der EU zuzuschreiben. Dieses Vielvölkerland hatte sich jahrzehntelang durch finanzielle Hilfen sowohl aus dem Westen als auch aus Russland aufrechterhalten. Weder der Westen noch der Osten wollten damals, dass Jugoslawien sich dem Gegner zu sehr nähert. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus war diese Gefahr vorbei und NATO und EU ließen diese Region einfach verhungern. Der dortige Bürgerkrieg ist eine Folge sozialer Spannungen. Zurzeit gibt es wieder so ein Jugoslawien an der Grenze der Interessengebiete, Weißrussland.
Der restliche Teil Osteuropas, die baltischen Länder, Polen, Tschechei, Slowakei, die Länder des Balkans bis hinunter nach Griechenland werden wieder vernachlässigt, nur als billiger Absatzmarkt benutzt, ihre fähigen und willigen Arbeitskräfte werden nach Westeuropa gelockt, für große westeuropäische Firmen ist es wesentlich vorteilhafter Fabriken in Osteuropa aufzubauen, wegen Steuervergünstigungen, billigen Arbeitskräften, sie müssen ihre technischen Innovationen nicht preisgeben, wie z.B. in China. Dabei spielt es anscheinend für EU und NATO keine große Rolle, ob in diesen Ländern Maffia-Regime ihr Unwesen treiben, demokratische Entwicklung unmöglich machen. In Ungarn z.B. erhielt das Orban-Regime in 8 Jahren finanzielle Mittel in Höhe von 45% des GDPs und erwirtschaftete daraus ein Wirtschaftswachstum von nur 17%.
Ich warne die EU und U.S.A. davor, zu denken, dass Westeuropa verschont bleibt, wenn sich soziale Spannungen in Osteuropa zu Konflikten ausbreiten. Die Folgen solcher Krisen führen zwangsläufig zur Entvölkerung der östlichen Gebiete, zu viele wirtschaftliche Einwanderer in Westeuropa ergeben auch in Westeuropa soziale Spannungen, Ausländerhass und schließlich eine Radikalisierung der westeuropäischen Gesellschaft, und somit ein Ende der Demokratie in ganz Europa.

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Friday, 1 March 2019

258 Kleinere Schriften LII 1) Kontrolle aber Sicherheit oder unsichere Freiheit 2) Quand on jure 3) Ich kann mit 4) Die Moral des Gesetzes oder das Gesetz der Moral 5) Geld aus Geld
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1) Kontrolle aber Sicherheit oder unsichere Freiheit
2) Quand on jure
3) Ich kann mit
4) Die Moral des Gesetzes oder das Gesetz der Moral
5) Geld aus Geld


1) Kontrolle aber Sicherheit oder unsichere Freiheit

Sehr lange waren Künstler von reichen Mäzenen abhängig. Wenn der Geldgeber die Arbeit der kreativen Schaffer für zu gesellschaftskritisch hielt, entzog er ihnen einfach die Unterstützung. Nach der französischen Revolution wurde es wenigstens in Frankreich ein bisschen besser. Private Galerien wurden eröffnet, Schriftsteller konnten unter verschiedenen, unabhängigen Verlagen wählen. Aber nun floss das große Geld natürlich in die Taschen der Galerien und Verlage. Es sollte noch sehr lange dauern bis den Künstlern ein einigermaßen sicherer Lebensunterhalt geschaffen wurde. Dies geschah durch die Schaffung staatlicher Ämter, die die Urheberrechte von Musikern, Schriftstellern, Filmemachern und Photographen und Auszahlungen nach Marktanteil sichern sollten. Nun waren die Künstler aber von dem Wohlwollen der staatlichen Instanzen abhängig, wobei es oft zu versteckten Verboten kam. Zweihundert Jahre nach der Französischen Revolution gab es eine technische: das Internet. Vorteil: Inhalte fanden rasende Verbreitung. Nachteil: Verbraucher verschafften sich die Inhalte kostenlos durch „Copy + paste“. Wovon sollen diese armen Künstler jetzt leben, wenn alle Verbraucher kostenlos die Inhalte genießen. Darauf wartete der Staat und seine Mächtigen und machte den „freien“ Künstlern ein Angebot: Kommt unter meine Fittiche, ich werde jetzt diese schrecklichen Verbraucher in gesetzliche Schranken bringen und euch den Lebensunterhalt sichern. Der Staat sagte den Künstlern natürlich nicht, dass er sie gleichzeitig wieder kontrollieren wird. Und diese ausgehungerten Miserablen riefen alle „Hurra!“. Das Ende der hart erkämpften Freiheit.
Aber wo ist die Lösung? Jeder Künstler müsste sich im Internet ein Forum aufbauen und wenn er genug Besucher darauf hat, werden viele Firmen kommen und auf seinem Forum Werbung machen wollen. Und weil es viele Firmen gibt, ist die Wahrscheinlichkeit von zu großem Einfluss der Firmen ausgeschlossen, weil der Künstler wählen kann. Auch bei Filmen löst sich das Problem, sie werden immer billiger, weil sie mit dem Computer gemacht werden und nicht mehr im Freien oder mit großem Budget gedreht werden müssen.
Es lebe die Freiheit in der technischen Zukunft.


2) Quand on jure, on le fait rarement sur soi-même, on jure sure quelque chose d’autre, par exemple: «Je te le jure sur la tête de ma mère!» De coutume mon commentaire est le suivant : «On va la couper, cette tête de ta mère.»


3) Ich kann mit durchschnittlichen Nullen leider nichts anfangen, sondern brauche Leute um mich, die mich inspirieren.


4) Die Moral des Gesetzes oder das Gesetz der Moral

Die Gesellschaft drückt dir einen Stempel auf und erwartet jetzt, dass du dich dementsprechend benimmst. Du hast eigentlich keine Möglichkeit, auszubrechen. Was könntest du tun? Wohin könntest du gehen? Vielleicht in ein anderes Land und dir eine neue Existenz aufbauen? Du kannst in der unterdrückten Legalität leben, oder die freie Illegalität wählen. Sie verfolgen und jagen dich. Solche, wie du, sind gefährlich. Du gefährdest ihre Ordnung. Sie merken nicht, dass sie sich selbst zu Sklaven ihrer eigenen Moral machen, sich selbst die Möglichkeit nehmen, nachzudenken, zu wählen, frei zu entscheiden. Sie sind so klug, dass sie nichts mehr hören noch sehen. Du bist das Opfer des Snobismus einer Gesellschaft, die denkt, dass sie das Recht erfunden hat. Sie erheben ihre sogenannten moralischen Ansichten zum Gesetz. Und dann passiert es, sie unterstützen einen Mussolini, Hitler, Horthy. Du rufst ihnen zu: „Das ist euer Ende, das führt zu einer Katastrophe!“ Die einzige Antwort, die du bekommst, lautet: „Was mischst du dich da ein? Du hast unsere Gemeinschaft verlassen, wolltest nicht teilnehmen.“ „Ja, ihr habt Recht! Dabei möchte ich wirklich nicht teilnehmen.“


5) Geld aus Geld

Setzen wir eine Gesellschaft von hundert Mitgliedern voraus. Alle arbeiten, verkaufen ihre Erzeugnisse und kaufen andere, alle sind glücklich. Dann fängt einer an, zu sparen, nach einer Zeit verleiht er sein Geld und bekommt dafür Zinsen. Anderen gefällt das und sie folgen seinem Beispiel. Spätestens wenn dreißig der Mitglieder von Geld aus Geld leben bricht die Ordnung zusammen, weil hinter dem Geld keine Erzeugnisse mehr stehen.
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Tuesday, 19 February 2019

257 Kleinere Schriften LI 1) Leere Augen 2) Nicht ich 3) verständlich 4) dem Anhänger eines autoritären Systems 5) Nationalismus / Rassismus 6) Das Spiel mit der Zeit
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1) Leere Augen
2) Nicht ich
3) verständlich
4) dem Anhänger eines autoritären Systems
5) Nationalismus / Rassismus
6) Das Spiel mit der Zeit


1) Leere Augen

Der Hunger trieb die junge Maus aus ihrem Loch. Die Behausung war gut gewählt, mit frischem Gebüsch um den Eingang. Keine Schlange hätte sich in das Tunnellabyrinth hineingetraut. Die Sonne war gerade aufgegangen und Tau lag vor dem Eingang. Sie hüpfte nur ein Schritte, um ein paar Körner zwischen den Vorderpfoten zum Maul zu führen. Ganz vertieft ins Fressen hatte sie plötzlich das Gefühl, von irgendwoher beobachtet zu werden. Doch der Duft der Körner verdrängte das kurze Zittern. Als sie sich überrascht umschaute, hatte sie die Schlange schon gebissen. Reflexartig sprang die Maus davon, kein Gedanke, nur laufen. Schnell werden die Glieder schwerer, das Gift beginnt, zu wirken. Statt des Laufens geschah nur noch ein Zucken, die Augen drehen sich noch in alle Richtungen, dann blieben auch sie stehen und blickten starr in den blauen Himmel. Nun kam die Schlange und die Maus verschwand langsam in ihrem Schlund, wobei sie ihre Kiefer aushängt, um der Beute Platz zu machen.


2) Nicht ich

Nicht ich, der diese Zeilen schreibt, bin für meine Umgebung gefährlich, sondern der, der diese Zeilen verbietet oder dafür Strafe in Aussicht stellt.


3) verständlich

Ich habe nicht gefragt, ob es laut euch verständlich ist, was ich schreibe, sondern ob ihr versteht, was ich schreibe.


4) dem Anhänger eines autoritären Systems

Warum sollte ich dem Anhänger eines autoritären Systems das Recht zugestehen, seine einen Meinung auszudrücken? Wenn er die Macht hätte, würde er mir dieses Recht sofort absprechen.


5) Nationalismus / Rassismus

Da  der Nationalismus davon ausgeht, dass ein Land besser sein soll, als das andere, führt er zwangsläufig zum Rassismus.


6) Das Spiel mit der Zeit

Sie sitzen in der Straßenbahn, einander gegenüber, wortlos. Sie mit einem grimmigen Gesicht, hinter dem sich ein riesiges Lächeln verbirgt. Er mit einem sorgenvollen Gesicht und einer Wolke über sich, aus der dichter Regen fällt.
Am Rande eines Parks steigen beide aus, und sie zieht ihn in eine bestimmte Richtung, bis sie zwischen den spärlich stehenden Bäumen verschwinden.
„Hier haben wir uns kennengelernt. Kannst du dich erinnern.“ Ein Lächeln erscheint auf seinem noch immer zerdrückten Gesicht. „Warum hast du mich hierhergeführt?“ Sie gibt ihm Zeit. „Ja! Wie konnte ich das nur vergessen! Genau vor zwanzig Jahren, an diesem Tag.“ sprach er hoffnungsvoll. Sie hatte bisher kein einziges Wort gesprochen, „Wir machen jetzt ein kleines Spiel.“ ihre Augen strahlten. „Wir spielen jetzt, dass die Zeit rückwärts läuft.“ Er sieht sie mit überraschten Augen an. „In Ordnung?“ fragt sie ihn. Er nickt. „Wir drehen jetzt die Uhr um zwanzig Jahre zurück!“ Wieder nur ein Nicken seinerseits. Sie steht auf und geht langsam weg, als ob sie einen Spaziergang machen wolle, um bald wiederzukommen. Nun ist sie aus den Augen verschwunden. Auch damals hatte sie sich neben ihn gesetzt, hatte sich ihn vielleicht ausgesucht.
Nach einer Stunde steht auch er auf und geht weg. Er hatte verstanden, dass sie nicht wiederkommen würde.

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Monday, 11 February 2019

256 Kleinere Schriften L 1) Ordnung muss sein! 2) Computer und Sprache 3) Reizende Wesen 4) Sich anpassen oder eigene Persönlichkeit 5) Marx und die Ungarn
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1) Ordnung muss sein!
2) Computer und Sprache
3) Reizende Wesen
4) Sich anpassen oder eigene Persönlichkeit
5) Marx und die Ungarn


1) Ordnung muss sein!

Hastige Schritte aus allen Richtungen, lange, müde Gesichter, soweit das Auge reicht. In der Straßenbahn Rentner, die schon am frühen Morgen auf den Markt eilen, als ob ihnen die Zeit weglaufen würde. Mütter, die ihre Kinder in den Kindergarten oder in die Schule bringen. Jugendliche, die sich in Gruppen langsam in die Mittelschule schleifen. Junge Frauen, die ihr Smartphone als Spiegel benutzen und Kaugummi kauend ihren Lippenstift kontrollieren. Männer, elegant gekleidet, um im Büro den Clown zu spielen. Bei einem dieser männlichen Lutscher steht der Kragen seines Anzugs schief, weil die Hälfte sich zufällig hochgekrempelt hatte. Ich stelle mich neben ihn und mache ihn darauf aufmerksam. Er schaut mich ein bisschen verstört an. „Wenn sich einer schon so anziehen will, muss auf Ordnung geachtet werden!“ – sage ich lächelnd.


2) Computer und Sprache

Ein Computerprogramm verfügt über eine bestimmte Struktur. Umso komplexer ein solches ist, desto mehr Möglichkeiten gibt es. Bei einer Sprache ist das ähnlich. Umso mehr Grammatik es gibt, umso größer der Wortschatz ist, desto mehr kann mit einer Sprache ausgedrückt werden.


3) Reizende Wesen

Der alte Schmetterling sitzt auf einem Blatt und schaut sich die vielen Blumen in tausend Farben an. Als er jung war sprang er von einer auf die andere dieser einladenden Schönheiten. Als hätten sie ihn alle gleichzeitig gerufen. Aber heute blickt er sich um und muss feststellen, dass es diesen reizenden Wesen eigentlich ganz gleich ist, ob es eine Biene oder ein Schmetterling ist, der sich auf ihnen niederlässt, sowie es auch ihm egal war, ob es eine blaue, rote, weiße oder gelbe Blüte war.


4) Sich anpassen oder eigene Persönlichkeit

Jeder will gut leben, einen guten Lebensstandard erreichen. Dazu wird die Anerkennung der Gesellschaft benötigt, die sich in barer Münze oder Gütern auszahlt. Wer sich am besten verkauft, bekommt ein größeres Stück von der Torte. Und so versucht man es, der eine verhält sich auffallend, der andere gliedert sich bis zur Unkenntlichkeit ein. Wenn die Vorgesetzten oder Älteren umringt von den Jüngeren eine Helferin oder einen Helfer auswählen, beschränkt sich ihr Urteil immer auf den ersten Eindruck. Bei den Mädchen zählen die schönen Augen, bei den Jungs der beste Fußkuss. Oder du baust dir selbst etwas auf, stellst deine eigenen Regeln und Wertvorstellungen auf, machst dich nicht mehr selbst zum Clown, um den Erwartungen zu entsprechen, das ist der schwierigere Weg, das dauert sehr lange und benötigt viel Energie, wirst immer wieder verstoßen und bestraft, weil du nicht bereit bist, dich einzugliedern, auch der Erfolg ist nicht garantiert, du könntest sogar in Scham untergehen, meist kommt die Anerkennung erst nach deinem Tod.


5) Marx und die Ungarn

Fünfhundert Jahre vor unserer Zeitrechnung erschienen die Germanen in Europa und besiedelten ein Gebiet vom Rhein bis zur heutigen russischen Grenze, von Finnland bis zu den Alpen und dem Balkangebirge. Im fünften Jahrhundert unserer Zeitrechnung brachte die Völkerwanderung durch den Einbruch der Hunnen Bewegung vor allem nach Mitteleuropa. Im sechsten und siebten Jahrhundert verdrängten die Slawen die German aus Ost- und Südosteuropa. Der Wunsch, diese Gebiete zurückzuerobern, zeigt sich von Karl dem Großen über den Deutschen Ritterorden bis Hitler. Als am Ende des neunten Jahrhunderts die Ungarn im Donaubecken auftauchen trennen sie die Südslawen von den nördlichen Stämmen. Anfangs waren die Ungarn in den Augen der Germanen nicht besser, als die Slawen, weil diese durch Raubzüge Süddeutschland, Norditalien, Frankreich bis Nordspanien unsicher machten. Später nahmen auch sie das Christentum an und mit der Zeit änderte sich die Meinung der Germanen über sie. Als sie dann auch noch Teil der Habsburgischen Donaumonarchie wurden, stiegen sie sogar zum Verbündeten gegen die Slawen und den durch den russischen Zaren proklamierten Panslawismus auf. Während der Revolutionswelle von 1848, die in ganz Europa die alte Ordnung ins Wanken brachte, drückten viele sozialrevolutionäre Denker den Ungarn gegen die Österreicher die Daumen, einer davon war Karl Marx.

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Saturday, 9 February 2019

255 Kleinere Schriften IL 1) Man muss einen lieben oder hassen. 2) Der Grundgedanke des Sprachen-Blogs 3) Idee für ein Spiel zum Biologie-Lernen
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1) Man muss einen lieben oder hassen.
2) Der Grundgedanke des Sprachen-Blogs
3) Idee für ein Spiel zum Biologie-Lernen


1) Man muss einen lieben oder hassen. Wem die Leute gleichgültig gegenüberstehen, hat keinen Charakter, ist keine Persönlichkeit.


2) Der Grundgedanke des Sprachen-Blogs

Mathematische Ergebnisse beruhen auf Axiomen / Grundsätzen,
zum Beispiel: 2 + 2 = 4.
Wenn 12 : 3 = 4 ausgerechnet werden soll, dann:
Bei einer Sprache ist es nicht ganz so einfach, weil sie mathematisch nicht beschreibbar ist.
Ein Übersetzungsprogramm arbeitet mit einem Wörterbuch. Anfänglich werden Wörter, dann Redewendungen und zuletzt ganze Beispielsätze verwendet, weil Wörter in anderem Satzzusammenhang eine andere Bedeutung haben können. Nach einer gewissen Anhäufungsmenge von Beispielsätzen wird es dem Programm aber unmöglich den richtigen Beispielsatz auszuwählen, weil die Beispielsätze sich zu sehr gleichen, wodurch die Qualität der Übersetzung leidet.

Der Sprachenblog beginnt mit den einfachsten Elementen: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie
Diese werden anfänglich durch Bilder erklärt, später, nach Vorhandensein eines bestimmten Wortschatzes können Wörter durch Wörter erklärt werden.
Beispiel: Peter isst zehn Würste. Er ist „sehr“ hungrig.

Der Satz „Ich spreche gut Deutsch.“ muss also in seine Elemente zerlegt werden:
1) Ein Bild für „ich“: Eine Person steht vor dem Spiegel und zeigt auf das Spiegelbild, also auf sich selbst und sagt „ich“.
2) Ein Bild mit einer Person und einer Sprechblase.
3) Ein Bild mit einem Engel und einem Teufel, wobei natürlich der Engel gut und der Teufel schlecht ist.
4) Eine Landkarte Europas mit Deutschland hervorgehoben.
5) In Deutschland sprechen die Leute Deutsch.
6) „gut“ nicht nur als Adjektiv, sondern auch als Adverb
Soll der Satz „Ich spreche gut Deutsch.“ nun in eine andere Sprache übersetzt werden, kann er nach dem gleichen Model im Deutschen zuerst zerlegt und dann in der gewünschten Sprache wieder aufgebaut werden. Das Programm würde also nicht Wörter übersetzen, sondern die Struktur analysieren, danach die entsprechende Struktur in der gewünschten Sprache suchen und den Satz durch seine Teile wieder zusammenstellen.


3) Idee für ein Spiel zum Biologie-Lernen

Zuerst müssen quadratische Karten ausgeschnitten werden. Auf die Karten werden Bilder von Tieren, wie Insekten, Säugetiere, von Pflanzen und so weiter geklebt.
Ein Spieler legt eine Karte auf den Tisch, zum Beispiel: Blume. An die vier Seiten der Blumenkarte können jetzt eine Bienenkarte (weil sie Honig sammelt und die Blüte befruchtet), eine Ziegenkarte (weil sie Blumen frisst) und so weiter gelegt werden. Zur Ziegenkarte passt der Wolf, der die Ziege fressen will, oder der Mensch, der die Ziege melkt. Zum Wolf passt die Larve der Fliege, die den Wolf frisst, wenn er gestorben ist. Die Fliege wird von der Spinne gefressen, die Spinne wird von Bakterien zerlegt, wenn sie gestorben ist. Die Bakterien bilden Mineralien, die in den Boden kommen und von der Pflanze wieder aufgenommen werden.

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