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260 Kleinere Schriften LIV 1) Konjunktiv oder die größte
Wahrscheinlichkeit 2) Kollektivschuld 3) Der treue Diener des Königs
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1) Konjunktiv oder die
größte Wahrscheinlichkeit
2) Kollektivschuld
3) Der treue Diener des
Königs
1) Konjunktiv oder die
größte Wahrscheinlichkeit
Ich wäre in der
Vergangenheit, wie auch heute, ein niemand in der großen Masse der niemande
gewesen, hätte also irgendjemandem gedient oder wäre vielleicht, wie heute,
einer der wenigen gewesen, die sich durch kreatives Handeln einen
einigermaßen freien Status verschaffen konnten. Wesentlich wahrscheinlicher
ist jedoch, dass man mich aufgehängt oder eingekerkert hätte.
Zur Zeit der Französischen
Revolution hätte ich die Bastille gestürmt und mit lautem Geschrei den Kopf
des Königs und der Adligen gefordert. Hatten nicht diese mich vorher
tausendmal aufgehängt oder verhungern lassen? Warum hätte ich nun
Barmherzigkeit zeigen sollen? Dabei wäre es mir ziemlich „wurst“ gewesen, ob
ein paar Jahrhunderte später vielleicht die ganze Welt über einen berühmten
König spricht.
Während der Napoleon-Kriege
hätte ich als Deutscher in der französischen Armee gekämpft, weil auch
Napoleon, wie seine Soldaten, sehr oft im Stall schlief, er die Grafen in
Deutschland absetzte und normalen Bürgern die Möglichkeit gab, Bürgermeister
zu werden oder andere höhere Ämter zu besetzen. Natürlich wäre auch ich
enttäuscht gewesen, als er sich selbst zum Kaiser krönte. Nach 1816 hätte ich
mich in mein Haus zurückgezogen und meine Biedermeiergefühle ausgelebt.
Ich hoffe, dass ich 1870/71
klug genug gewesen wäre, nach Amerika auszuwandern, um nicht für die
Machtpolitik Bismarcks auf dem Schlachtfeld ins Gras beißen zu müssen.
Im ersten Weltkrieg wäre ich
desertiert, wobei man mich bis zum heutigen Tag nicht rehabilitiert hätte.
Im zweiten Weltkrieg wäre
ich als Kommunist in irgendeinem deutschen Konzentrationslager verhungert.
Und heute? Ich müsste sehen,
dass die Völker und ihre etablierten Parteien noch immer nichts gelernt
haben. Der Bürgerkrieg in Jugoslawien war die Folge von sozialen Spannungen,
aus dem neuer Nationalismus, Rassismus und Neofaschismus entstand. Für die EU
war / ist Osteuropa ein günstiger Absatzmarkt, sie musste / muss ihre
Fabriken nicht mehr in China aufbauen und Intellektuelles Potential in Form
von billigen Fachleuten wanderte / wandert von Osteuropa in die EU-Länder ab,
wodurch vor allem in den ehemaligen, kommunistischen Ländern soziale
Spannungen entstanden / entstehen. Es wundert mich, die führenden Schichten
in Westeuropa scheinen wirklich zu glauben, dass sich die Auswirkungen von
Maffia-Regierungen, Korruption, Neofaschismus und Rassismus auf Osteuropa
beschränken lassen.
2) Kollektivschuld
Du spazierst auf der Straße
und siehst, wie ein Auto gestohlen wird. Wenn du nun die Polizei rufst, bist
du Zeuge, wenn du die Polizei nicht rufst, bist du Mittäter! Dieses Gesetz
bestand schon im Römischen Recht und wird seit dieser Zeit angewandt.
Natürlich wurde und wird dieses Gesetzt nur deshalb angewandt, um das Volk zu
zwingen, die Richtlinien der Mächtigen durchzusetzen. Gesetze sollen für alle
gleich sein! Warum vergessen Historiker diesen Sachverhalt, wenn es um die
Beurteilung von geschichtlichen Ereignissen geht? Alle, die keinen Widerstand
leisteten, leisten oder leisten werden, waren, sind und werden schuldig sein,
wenn Nationalisten, Rassisten an die Macht kommen. Eine Diktatur ist nur dann
möglich, wenn das Volk mitmacht oder keinen Widerstand leistet.
(Vor allem, weil diese
Nationalisten das gleiche mit uns machen. Nach dem Motto von Jesus: „Bist du
nicht für mich, bist du gegen mich!“ Wer bei ihnen nicht mitmacht ist ein
Verräter. Und wenn dann die Katastrophe da ist, versuchen sie alle, ihren
feigen Arsch zu retten.)
3) Der treue Diener des
Königs
Die Legende erzählt, dass er
außergewöhnlich stark gewesen sei, und seinem König immer treu gedient habe.
Nun, was hieß das im
Klartext? Der König schickte seine Krieger / Soldaten aus, um die Steuern
einzutreiben, und wenn der Bauer es nicht freiwillig geben wollte, dann
raubten die Beauftragten des Königs ihn einfach aus. Keine Gnadenlosigkeit
oder Grausamkeit war ihnen schlimm genug. Diese offiziellen Räuberbanden
traten immer in großen Massen auf, um jede Hoffnung auf Widerstand sofort im
Keim zu ersticken. Diese Starken, „Mutigen“ stellten sich natürlich immer auf
die Seite des Stärkeren, weil sie dort am besten profitieren konnten. Sie
unterdrückten die Schwachen und halfen den Starken, ihre Macht zu festigen.
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Wednesday, 13 March 2019
Saturday, 9 March 2019
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259 Kleinere Schriften LIII Die Zukunft Osteuropas, vom Baltikum bis
Griechenland (geschrieben März 2019)
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Die Zukunft Osteuropas, vom
Baltikum bis Griechenland (geschrieben März 2019)
Mit dem Zusammenbruch des
Kommunismus im Jahre 1990 war die kulturelle, politische und wirtschaftliche
Trennung Osteuropas vom westlichen Teil des Kontinents beendet. Sowohl Ost-,
als auch Westeuropa hatten darunter gelitten. Die Entwicklung war auf jedem
Gebiet verlangsamt worden, Russland hatte Westeuropa, als treibender Motor,
nicht ersetzen können. Nun galt es für NATO und EU, Osteuropa dem erneuten
Einfluss Russlands zu entziehen. Deshalb wurden die Ostblockländer in diese
militärische und jene wirtschaftliche Organisation eingegliedert. Es war
natürlich jedem klar, dass die Zurückgebliebenheit Osteuropas fast zu
unüberwindbaren Problemen führen würde. Schnell stellte man jedoch drei Dinge
fest: 1) Es wird noch sehr lange dauern, bis auch Russland, oder wenigstens
der europäische Teil des Riesenreiches, politisch zu Europa gehören kann. 2)
Russland stellt auch nach dem Zusammenbruch seines diktatorischen Regimes durch
sein Waffenarsenal, hauptsächlich Atomwaffen, weiterhin eine militärische
Gefahr dar. 3) Russland ist aber sowohl wirtschaftlich, als auch militärisch
nicht mehr in der Lage, Osteuropa unter seine Kontrolle zu bringen.
EU und NATO hatten aber
nicht damit gerechnet, dass Russland ein so großer, störender Faktor bleiben
würde. (1. Teilung Russlands: Während des ersten Weltkrieges, nach der
kommunistischen Revolution 1917 versuchten vor allem England und Frankreich
das neue Regime zu schwächen, Waffen und Berater wurden hauptsächlich zur
Krim geschickt, um den Widerstand gegen das neuentstandene Regime zu
unterstützen. 2. Teilung Russlands: Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus
verlor das Reich in den neunziger Jahren große Teile seiner Ländereien mit
Bodenschätzen, vor allem in Asien, und wirtschaftlich wichtige Teile am
Baltikum und im Süden (z.B. Ukraine). Russland hatte keinen Ausgang zum
Baltikum und Schwarzen Meer mehr (zum ersten Mal wieder seit Peter dem
Großen). 3. Teilung: Wahrscheinlich nach dem Tod von Putin. Russland finanziert
sich fast ausschließlich vom Verkauf von Energieträgern an Westeuropa. Die EU-Länder
aber werden in den nächsten 30 Jahren ihren Energieverbrauch auf erneuerbaren
Energiequellen umstellen können und dann geht Russland Pleite.)
Der Bürgerkrieg in
Jugoslawien ist hauptsächlich der Untätigkeit der EU zuzuschreiben. Dieses
Vielvölkerland hatte sich jahrzehntelang durch finanzielle Hilfen sowohl aus
dem Westen als auch aus Russland aufrechterhalten. Weder der Westen noch der
Osten wollten damals, dass Jugoslawien sich dem Gegner zu sehr nähert. Nach
dem Zusammenbruch des Kommunismus war diese Gefahr vorbei und NATO und EU
ließen diese Region einfach verhungern. Der dortige Bürgerkrieg ist eine
Folge sozialer Spannungen. Zurzeit gibt es wieder so ein Jugoslawien an der
Grenze der Interessengebiete, Weißrussland.
Der restliche Teil
Osteuropas, die baltischen Länder, Polen, Tschechei, Slowakei, die Länder des
Balkans bis hinunter nach Griechenland werden wieder vernachlässigt, nur als
billiger Absatzmarkt benutzt, ihre fähigen und willigen Arbeitskräfte werden
nach Westeuropa gelockt, für große westeuropäische Firmen ist es wesentlich
vorteilhafter Fabriken in Osteuropa aufzubauen, wegen Steuervergünstigungen,
billigen Arbeitskräften, sie müssen ihre technischen Innovationen nicht
preisgeben, wie z.B. in China. Dabei spielt es anscheinend für EU und NATO
keine große Rolle, ob in diesen Ländern Maffia-Regime ihr Unwesen treiben,
demokratische Entwicklung unmöglich machen. In Ungarn z.B. erhielt das
Orban-Regime in 8 Jahren finanzielle Mittel in Höhe von 45% des GDPs und
erwirtschaftete daraus ein Wirtschaftswachstum von nur 17%.
Ich warne die EU und U.S.A.
davor, zu denken, dass Westeuropa verschont bleibt, wenn sich soziale
Spannungen in Osteuropa zu Konflikten ausbreiten. Die Folgen solcher Krisen
führen zwangsläufig zur Entvölkerung der östlichen Gebiete, zu viele
wirtschaftliche Einwanderer in Westeuropa ergeben auch in Westeuropa soziale
Spannungen, Ausländerhass und schließlich eine Radikalisierung der
westeuropäischen Gesellschaft, und somit ein Ende der Demokratie in ganz
Europa.
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Friday, 1 March 2019
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258 Kleinere Schriften LII 1) Kontrolle aber Sicherheit oder unsichere
Freiheit 2) Quand on jure 3) Ich kann mit 4) Die Moral des Gesetzes oder das
Gesetz der Moral 5) Geld aus Geld
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1) Kontrolle aber Sicherheit
oder unsichere Freiheit
2) Quand on jure
3) Ich kann mit
4) Die Moral des Gesetzes
oder das Gesetz der Moral
5) Geld aus Geld
1) Kontrolle aber Sicherheit
oder unsichere Freiheit
Sehr lange waren Künstler
von reichen Mäzenen abhängig. Wenn der Geldgeber die Arbeit der kreativen
Schaffer für zu gesellschaftskritisch hielt, entzog er ihnen einfach die
Unterstützung. Nach der französischen Revolution wurde es wenigstens in
Frankreich ein bisschen besser. Private Galerien wurden eröffnet, Schriftsteller
konnten unter verschiedenen, unabhängigen Verlagen wählen. Aber nun floss das
große Geld natürlich in die Taschen der Galerien und Verlage. Es sollte noch
sehr lange dauern bis den Künstlern ein einigermaßen sicherer Lebensunterhalt
geschaffen wurde. Dies geschah durch die Schaffung staatlicher Ämter, die die
Urheberrechte von Musikern, Schriftstellern, Filmemachern und Photographen
und Auszahlungen nach Marktanteil sichern sollten. Nun waren die Künstler
aber von dem Wohlwollen der staatlichen Instanzen abhängig, wobei es oft zu
versteckten Verboten kam. Zweihundert Jahre nach der Französischen Revolution
gab es eine technische: das Internet. Vorteil: Inhalte fanden rasende
Verbreitung. Nachteil: Verbraucher verschafften sich die Inhalte kostenlos
durch „Copy + paste“. Wovon sollen diese armen Künstler jetzt leben, wenn
alle Verbraucher kostenlos die Inhalte genießen. Darauf wartete der Staat und
seine Mächtigen und machte den „freien“ Künstlern ein Angebot: Kommt unter
meine Fittiche, ich werde jetzt diese schrecklichen Verbraucher in
gesetzliche Schranken bringen und euch den Lebensunterhalt sichern. Der Staat
sagte den Künstlern natürlich nicht, dass er sie gleichzeitig wieder kontrollieren
wird. Und diese ausgehungerten Miserablen riefen alle „Hurra!“. Das Ende der
hart erkämpften Freiheit.
Aber wo ist die Lösung?
Jeder Künstler müsste sich im Internet ein Forum aufbauen und wenn er genug
Besucher darauf hat, werden viele Firmen kommen und auf seinem Forum Werbung
machen wollen. Und weil es viele Firmen gibt, ist die Wahrscheinlichkeit von
zu großem Einfluss der Firmen ausgeschlossen, weil der Künstler wählen kann.
Auch bei Filmen löst sich das Problem, sie werden immer billiger, weil sie
mit dem Computer gemacht werden und nicht mehr im Freien oder mit großem
Budget gedreht werden müssen.
Es lebe die Freiheit in der
technischen Zukunft.
2) Quand on jure, on le fait
rarement sur soi-même, on jure sure quelque chose d’autre, par exemple: «Je
te le jure sur la tête de ma mère!» De coutume mon commentaire est le suivant
: «On va la couper, cette tête de ta mère.»
3) Ich kann mit
durchschnittlichen Nullen leider nichts anfangen, sondern brauche Leute um
mich, die mich inspirieren.
4) Die Moral des Gesetzes
oder das Gesetz der Moral
Die Gesellschaft drückt dir
einen Stempel auf und erwartet jetzt, dass du dich dementsprechend benimmst.
Du hast eigentlich keine Möglichkeit, auszubrechen. Was könntest du tun?
Wohin könntest du gehen? Vielleicht in ein anderes Land und dir eine neue
Existenz aufbauen? Du kannst in der unterdrückten Legalität leben, oder die
freie Illegalität wählen. Sie verfolgen und jagen dich. Solche, wie du, sind
gefährlich. Du gefährdest ihre Ordnung. Sie merken nicht, dass sie sich
selbst zu Sklaven ihrer eigenen Moral machen, sich selbst die Möglichkeit
nehmen, nachzudenken, zu wählen, frei zu entscheiden. Sie sind so klug, dass
sie nichts mehr hören noch sehen. Du bist das Opfer des Snobismus einer
Gesellschaft, die denkt, dass sie das Recht erfunden hat. Sie erheben ihre
sogenannten moralischen Ansichten zum Gesetz. Und dann passiert es, sie
unterstützen einen Mussolini, Hitler, Horthy. Du rufst ihnen zu: „Das ist
euer Ende, das führt zu einer Katastrophe!“ Die einzige Antwort, die du
bekommst, lautet: „Was mischst du dich da ein? Du hast unsere Gemeinschaft
verlassen, wolltest nicht teilnehmen.“ „Ja, ihr habt Recht! Dabei möchte ich
wirklich nicht teilnehmen.“
5) Geld aus Geld
Setzen wir eine Gesellschaft
von hundert Mitgliedern voraus. Alle arbeiten, verkaufen ihre Erzeugnisse und
kaufen andere, alle sind glücklich. Dann fängt einer an, zu sparen, nach
einer Zeit verleiht er sein Geld und bekommt dafür Zinsen. Anderen gefällt
das und sie folgen seinem Beispiel. Spätestens wenn dreißig der Mitglieder
von Geld aus Geld leben bricht die Ordnung zusammen, weil hinter dem Geld
keine Erzeugnisse mehr stehen.
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Tuesday, 19 February 2019
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257 Kleinere Schriften LI 1) Leere Augen 2) Nicht ich 3) verständlich 4)
dem Anhänger eines autoritären Systems 5) Nationalismus / Rassismus 6) Das
Spiel mit der Zeit
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1) Leere Augen
2) Nicht ich
3) verständlich
4) dem Anhänger eines
autoritären Systems
5) Nationalismus / Rassismus
6) Das Spiel mit der Zeit
1) Leere Augen
Der Hunger trieb die junge
Maus aus ihrem Loch. Die Behausung war gut gewählt, mit frischem Gebüsch um
den Eingang. Keine Schlange hätte sich in das Tunnellabyrinth hineingetraut.
Die Sonne war gerade aufgegangen und Tau lag vor dem Eingang. Sie hüpfte nur
ein Schritte, um ein paar Körner zwischen den Vorderpfoten zum Maul zu
führen. Ganz vertieft ins Fressen hatte sie plötzlich das Gefühl, von irgendwoher
beobachtet zu werden. Doch der Duft der Körner verdrängte das kurze Zittern.
Als sie sich überrascht umschaute, hatte sie die Schlange schon gebissen.
Reflexartig sprang die Maus davon, kein Gedanke, nur laufen. Schnell werden
die Glieder schwerer, das Gift beginnt, zu wirken. Statt des Laufens geschah
nur noch ein Zucken, die Augen drehen sich noch in alle Richtungen, dann
blieben auch sie stehen und blickten starr in den blauen Himmel. Nun kam die
Schlange und die Maus verschwand langsam in ihrem Schlund, wobei sie ihre
Kiefer aushängt, um der Beute Platz zu machen.
2) Nicht ich
Nicht ich, der diese Zeilen
schreibt, bin für meine Umgebung gefährlich, sondern der, der diese Zeilen
verbietet oder dafür Strafe in Aussicht stellt.
3) verständlich
Ich habe nicht gefragt, ob
es laut euch verständlich ist, was ich schreibe, sondern ob ihr versteht, was
ich schreibe.
4) dem Anhänger eines
autoritären Systems
Warum sollte ich dem
Anhänger eines autoritären Systems das Recht zugestehen, seine einen Meinung
auszudrücken? Wenn er die Macht hätte, würde er mir dieses Recht sofort
absprechen.
5) Nationalismus / Rassismus
Da der Nationalismus davon ausgeht, dass ein
Land besser sein soll, als das andere, führt er zwangsläufig zum Rassismus.
6) Das Spiel mit der Zeit
Sie sitzen in der Straßenbahn,
einander gegenüber, wortlos. Sie mit einem grimmigen Gesicht, hinter dem sich
ein riesiges Lächeln verbirgt. Er mit einem sorgenvollen Gesicht und einer
Wolke über sich, aus der dichter Regen fällt.
Am Rande eines Parks steigen
beide aus, und sie zieht ihn in eine bestimmte Richtung, bis sie zwischen den
spärlich stehenden Bäumen verschwinden.
„Hier haben wir uns
kennengelernt. Kannst du dich erinnern.“ Ein Lächeln erscheint auf seinem
noch immer zerdrückten Gesicht. „Warum hast du mich hierhergeführt?“ Sie gibt
ihm Zeit. „Ja! Wie konnte ich das nur vergessen! Genau vor zwanzig Jahren, an
diesem Tag.“ sprach er hoffnungsvoll. Sie hatte bisher kein einziges Wort
gesprochen, „Wir machen jetzt ein kleines Spiel.“ ihre Augen strahlten. „Wir
spielen jetzt, dass die Zeit rückwärts läuft.“ Er sieht sie mit überraschten
Augen an. „In Ordnung?“ fragt sie ihn. Er nickt. „Wir drehen jetzt die Uhr um
zwanzig Jahre zurück!“ Wieder nur ein Nicken seinerseits. Sie steht auf und
geht langsam weg, als ob sie einen Spaziergang machen wolle, um bald
wiederzukommen. Nun ist sie aus den Augen verschwunden. Auch damals hatte sie
sich neben ihn gesetzt, hatte sich ihn vielleicht ausgesucht.
Nach einer Stunde steht auch
er auf und geht weg. Er hatte verstanden, dass sie nicht wiederkommen würde.
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Monday, 11 February 2019
256 Kleinere Schriften L 1) Ordnung muss sein! 2) Computer und Sprache 3)
Reizende Wesen 4) Sich anpassen oder eigene Persönlichkeit 5) Marx und die
Ungarn
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1) Ordnung muss sein!
2) Computer und Sprache
3) Reizende Wesen
4) Sich anpassen oder eigene
Persönlichkeit
5) Marx und die Ungarn
1) Ordnung muss sein!
Hastige Schritte aus allen
Richtungen, lange, müde Gesichter, soweit das Auge reicht. In der Straßenbahn
Rentner, die schon am frühen Morgen auf den Markt eilen, als ob ihnen die
Zeit weglaufen würde. Mütter, die ihre Kinder in den Kindergarten oder in die
Schule bringen. Jugendliche, die sich in Gruppen langsam in die Mittelschule
schleifen. Junge Frauen, die ihr Smartphone als Spiegel benutzen und Kaugummi
kauend ihren Lippenstift kontrollieren. Männer, elegant gekleidet, um im Büro
den Clown zu spielen. Bei einem dieser männlichen Lutscher steht der Kragen
seines Anzugs schief, weil die Hälfte sich zufällig hochgekrempelt hatte. Ich
stelle mich neben ihn und mache ihn darauf aufmerksam. Er schaut mich ein
bisschen verstört an. „Wenn sich einer schon so anziehen will, muss auf
Ordnung geachtet werden!“ – sage ich lächelnd.
2) Computer und Sprache
Ein Computerprogramm verfügt
über eine bestimmte Struktur. Umso komplexer ein solches ist, desto mehr
Möglichkeiten gibt es. Bei einer Sprache ist das ähnlich. Umso mehr Grammatik
es gibt, umso größer der Wortschatz ist, desto mehr kann mit einer Sprache
ausgedrückt werden.
3) Reizende Wesen
Der alte Schmetterling sitzt
auf einem Blatt und schaut sich die vielen Blumen in tausend Farben an. Als
er jung war sprang er von einer auf die andere dieser einladenden
Schönheiten. Als hätten sie ihn alle gleichzeitig gerufen. Aber heute blickt
er sich um und muss feststellen, dass es diesen reizenden Wesen eigentlich
ganz gleich ist, ob es eine Biene oder ein Schmetterling ist, der sich auf
ihnen niederlässt, sowie es auch ihm egal
war, ob es eine blaue, rote, weiße oder gelbe Blüte war.
4) Sich anpassen oder eigene
Persönlichkeit
Jeder will gut leben, einen
guten Lebensstandard erreichen. Dazu wird die Anerkennung der Gesellschaft
benötigt, die sich in barer Münze oder Gütern auszahlt. Wer sich am besten
verkauft, bekommt ein größeres Stück von der Torte. Und so versucht man es,
der eine verhält sich auffallend, der andere gliedert sich bis zur
Unkenntlichkeit ein. Wenn die Vorgesetzten oder Älteren umringt von den
Jüngeren eine Helferin oder einen Helfer auswählen, beschränkt sich ihr
Urteil immer auf den ersten Eindruck. Bei den Mädchen zählen die schönen
Augen, bei den Jungs der beste Fußkuss. Oder du baust dir selbst etwas auf,
stellst deine eigenen Regeln und Wertvorstellungen auf, machst dich nicht
mehr selbst zum Clown, um den Erwartungen zu entsprechen, das ist der
schwierigere Weg, das dauert sehr lange und benötigt viel Energie, wirst
immer wieder verstoßen und bestraft, weil du nicht bereit bist, dich
einzugliedern, auch der Erfolg ist nicht garantiert, du könntest sogar in
Scham untergehen, meist kommt die Anerkennung erst nach deinem Tod.
5) Marx und die Ungarn
Fünfhundert Jahre vor
unserer Zeitrechnung erschienen die Germanen in Europa und besiedelten ein
Gebiet vom Rhein bis zur heutigen russischen Grenze, von Finnland bis zu den
Alpen und dem Balkangebirge. Im fünften Jahrhundert unserer Zeitrechnung
brachte die Völkerwanderung durch den Einbruch der Hunnen Bewegung vor allem
nach Mitteleuropa. Im sechsten und siebten Jahrhundert verdrängten die Slawen
die German aus Ost- und Südosteuropa. Der Wunsch, diese Gebiete
zurückzuerobern, zeigt sich von Karl dem Großen über den Deutschen
Ritterorden bis Hitler. Als am Ende des neunten Jahrhunderts die Ungarn im
Donaubecken auftauchen trennen sie die Südslawen von den nördlichen Stämmen.
Anfangs waren die Ungarn in den Augen der Germanen nicht besser, als die
Slawen, weil diese durch Raubzüge Süddeutschland, Norditalien, Frankreich bis
Nordspanien unsicher machten. Später nahmen auch sie das Christentum an und
mit der Zeit änderte sich die Meinung der Germanen über sie. Als sie dann
auch noch Teil der Habsburgischen Donaumonarchie wurden, stiegen sie sogar
zum Verbündeten gegen die Slawen und den durch den russischen Zaren
proklamierten Panslawismus auf. Während der Revolutionswelle von 1848, die in
ganz Europa die alte Ordnung ins Wanken brachte, drückten viele
sozialrevolutionäre Denker den Ungarn gegen die Österreicher die Daumen,
einer davon war Karl Marx.
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Saturday, 9 February 2019
255 Kleinere Schriften IL 1) Man muss einen lieben oder hassen. 2) Der
Grundgedanke des Sprachen-Blogs 3) Idee für ein Spiel zum Biologie-Lernen
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1) Man muss einen lieben
oder hassen.
2) Der Grundgedanke des
Sprachen-Blogs
3) Idee für ein Spiel zum
Biologie-Lernen
1) Man muss einen lieben
oder hassen. Wem die Leute gleichgültig gegenüberstehen, hat keinen
Charakter, ist keine Persönlichkeit.
2) Der Grundgedanke des
Sprachen-Blogs
Mathematische Ergebnisse beruhen auf
Axiomen / Grundsätzen,
zum Beispiel: 2 + 2 = 4.
Wenn 12 : 3 = 4 ausgerechnet
werden soll, dann:
Bei einer Sprache ist es
nicht ganz so einfach, weil sie mathematisch nicht beschreibbar ist.
Ein Übersetzungsprogramm arbeitet
mit einem Wörterbuch. Anfänglich werden Wörter, dann Redewendungen und zuletzt
ganze Beispielsätze verwendet, weil Wörter in anderem Satzzusammenhang eine
andere Bedeutung haben können. Nach einer gewissen Anhäufungsmenge von
Beispielsätzen wird es dem Programm aber unmöglich den richtigen Beispielsatz
auszuwählen, weil die Beispielsätze sich zu sehr gleichen, wodurch die
Qualität der Übersetzung leidet.
Der Sprachenblog beginnt mit
den einfachsten Elementen: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie
Diese werden anfänglich durch
Bilder erklärt, später, nach Vorhandensein eines bestimmten Wortschatzes
können Wörter durch Wörter erklärt werden.
Beispiel: Peter isst zehn
Würste. Er ist „sehr“ hungrig.
Der Satz „Ich spreche gut
Deutsch.“ muss also in seine Elemente zerlegt werden:
1) Ein Bild für „ich“: Eine
Person steht vor dem Spiegel und zeigt auf das Spiegelbild, also auf sich
selbst und sagt „ich“.
2) Ein Bild mit einer Person
und einer Sprechblase.
3) Ein Bild mit einem Engel
und einem Teufel, wobei natürlich der Engel gut und der Teufel schlecht ist.
4) Eine Landkarte Europas
mit Deutschland hervorgehoben.
5) In Deutschland sprechen
die Leute Deutsch.
6) „gut“ nicht nur als
Adjektiv, sondern auch als Adverb
Soll der Satz „Ich spreche
gut Deutsch.“ nun in eine andere Sprache übersetzt werden, kann er nach dem
gleichen Model im Deutschen zuerst zerlegt und dann in der gewünschten
Sprache wieder aufgebaut werden. Das Programm würde also nicht Wörter
übersetzen, sondern die Struktur analysieren, danach die entsprechende
Struktur in der gewünschten Sprache suchen und den Satz durch seine Teile
wieder zusammenstellen.
3) Idee für ein Spiel zum
Biologie-Lernen
Zuerst müssen quadratische
Karten ausgeschnitten werden. Auf die Karten werden Bilder von Tieren, wie
Insekten, Säugetiere, von Pflanzen und so weiter geklebt.
Ein Spieler legt eine Karte
auf den Tisch, zum Beispiel: Blume. An die vier Seiten der Blumenkarte können
jetzt eine Bienenkarte (weil sie Honig sammelt und die Blüte befruchtet),
eine Ziegenkarte (weil sie Blumen frisst) und so weiter gelegt werden. Zur
Ziegenkarte passt der Wolf, der die Ziege fressen will, oder der Mensch, der
die Ziege melkt. Zum Wolf passt die Larve der Fliege, die den Wolf frisst,
wenn er gestorben ist. Die Fliege wird von der Spinne gefressen, die Spinne
wird von Bakterien zerlegt, wenn sie gestorben ist. Die Bakterien bilden
Mineralien, die in den Boden kommen und von der Pflanze wieder aufgenommen
werden.
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