Monday, 15 February 2016

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Raskolnikow

In seinem Buch „Schuld und Sünde“ beschreibt Dostojewski unter anderem einen jungen Mann, der uns darauf aufmerksam macht, dass große Dinge oder Leute nicht immer oder von Anfang an moralisch gehandelt haben, aber dass die Geschichte sich im Allgemeinen nur mit dem Endergebnis beschäftige. Und so fühlt auch er sich dazu berechtigt, seinen Anfang mit einem Mord zu finanzieren. Moralisch aber kann er diese Schandtat, im Gegensatz zu Wirklichkeit, doch nicht verarbeiten und verwickelt sich immer mehr in seine Ausreden. Der Detektiv muss ihm eigentlich nur ganz genau zuhören, weil er sich selbst verrät, vielleicht sogar verraten will.
Haben wir nicht irgendetwas oder irgendwen vergessen? Welche Rolle spielt Sofia? Nur eine Nebenrolle? Wird Raskolnikow vom Gericht verurteilt? Nur zum Freiheitsentzug, aber die moralische Bestrafung übernimmt Sofia. Sie ist die Brücke zur Wirklichkeit, zum gegenwärtigen Leben. Der Fortbestand der Menschheit hängt davon ab, wie viele Kinder geboren werden und dazu müssen sich Männer und Frauen zuerst lieben und die Frucht dieses Gefühls erzeugen. Die Frau spielt in dieser Geschichte die Vorsicht und den Kompromiss mit der Zeit, weil diese für grundlegende Änderungen noch nicht reif war. Die Frau, der Mensch wollte einfach überleben und musste den Mann, den anderen Menschen, in die Wirklichkeit der Gegebenheiten zurückholen. Aber beide hatten Recht, ohne das Drängen nach vorn geht es nicht weiter und ohne die Vorsicht hat der Mensch keine Zeit, reif zu werden, seine Freiheit zu erkämpfen. Aber manchmal muss der Mensch, nach Meinung sehr vieler, einen Kompromiss eingehen und für eine Zeit seine Grundsätze verraten oder zurückstellen.
Für Dostojewski war Sofia vielleicht der letzte Hang, die letzte Verbindung zum Leben, den oder die er in seiner Erzählung zum Ausdruck brachte.

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Saturday, 6 February 2016

148) Written by Rainer: rainer.lehrer@yahoo.com
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Die Anderen

Fürst: Ich muss unbedingt herausfinden, wodurch andere Länder stärker sind, wie der Staatsapparat aufgebaut ist, wie das Heer funktioniert.
Adliger am Hof: Wie ihr wünscht, mein Gebieter! Ich werde getarnt versuchen, alles bei unseren Nachbarn zu erkunden.
Des Nachts begab er sich über die grüne Grenze, musste darauf achten, auch von den eigenen Grenzsoldaten nicht gesehen zu werden, weil es niemand erfahren sollte. Zu seiner Überraschung hatte das Nachbarland gar keine Wachen aufgestellt. Hatten sie keine Angst, dass jemand zum Feind überläuft? Er fühlte sich in seiner jetzigen Bekleidung nicht sehr wohl. Sie war eine Kopie von dem, was man einem Gefangenen abgenommen hatte, zwar bequem, aber er fühlte sie unter seinem Rang. Was würde er wohl noch erleiden und ertragen müssen? Vielleicht noch mit einem Neger oder Arbeitersklaven an einem Tisch zu sitzen?
Es war schon Vormittag, als er eine kleine Grenzstadt erreichte. Viele Leute bewegten sich auf den Straßen, ohne Ordnung, durcheinander, aber die meisten in Richtung eines großen Platzes. Er hatte eigentlich nicht dorthin gehen wollen, wurde aber von der Masse förmlich fortgeschwemmt. Als der Platz sich vor ihm öffnete, sah er Stand neben Stand mit, hörte Händler und Händlerinnen laut ihre Waren anpreisen, Käufer, die mit ihnen feilschten, manchmal auch harte, fast beleidigende Ausdrücke, ein Drängeln von allen Seiten, dann einen Tumult, weil mehrere Leute sich nicht einigen konnten und die Kraft der Fäuste als Argument benutzten, irgendwo wurde ein Taschendieb gefasst. Was für ein Durcheinander! – dachte sich unser geheimer Kundschafter.
Am anderen Ende des Platzes erblickte er ein stattliches Gebäude mit einem großen Tor. Er näherte sich. Dies schien das Bürgermeisteramt zu sein. Er wunderte sich, dort keine Wachen zu sehen und ging hinein. Verschiedene Aufschriften machten ihn darauf aufmerksam, wo sich was befand. Er öffnete eine höhere Tür und trat ein. Es sah wie ein Gerichtssaal aus. Ein Mann im schwarzen Gewand sprach gerade Recht: Gesetze sind Bestimmungen der Maßnahmen bei Übertretung von Vorschriften. „Sonderbar!“ – dachte unser Held. „Bei uns ist es ein Mittel der Erziehung. Wenn die nämlich keine Vorschriften haben, werden die wild. Wahrlich halten sich die Leute bei uns meist nur daran, weil sie Angst vor der Strafe haben, aber unter Umständen gewöhnen sie sich auch daran. Aber wer das Gesetz nur einhält, weil er sich davor fürchtet, hat eigentlich keine Grundsätze!“
Bald plagte ihn der Hunger, hatte er doch seit Verlassen des Hofes nichts gegessen und getrunken. Er begab sich in eine Wirtschaft. Sie war ziemlich voll, so dass er nur einen Stehplatz bekam. „Warum arbeiten diese Leute nichts?“ „Selbstbedienung!“ - las er auf einem Schild an der Wand. Von einem Tisch nahm er Teller, Besteck und Glas, und ließ sich von dem schönen Mädchen hinter der Theke Bier und Wildbrett geben. „Für so eine Kneipe essen die Leute hier ganz gut.“ Während er gierig die letzten Brocken verschlang, fand das Gespräch seiner Tischnachbarn den Weg in sein Ohr. Sie stammten aus verschiedenen Ländern, das ließ sich aus ihrer Aussprache vernehmen. Jeder lobte sein eigenes Land, aber musste sich auch die Kritik der anderen anhören. Doch am Ende stießen sie mit Bierkrügen und Weingläsern an, und einigten sich darüber, dass sie ja gemeinsam den Großfürsten besiegt hatten. Geschichtsverständnis als Ergebnis von Gedankenaustausch! Hier schoss es unserem Kundschafter durch den Kopf, dass sein Fürst fast alle unterdrückt hätte, wären sie nicht zusammen gegen ihn aufgetreten. Geschichte wurde hier nicht nach dem Standpunkt eines einzelnen geschrieben. Als er hinausging legte er das Geld für Speise und Trank in einen Behälter neben der Tür und war verwundert, dass es niemand kontrollierte. Aber er wollte nichts riskieren und zahlte genau, weil er doch nicht auffallen wollte.
Er war beruhigt, keinerlei Papiere vorlegen zu müssen, um ein Zimmer zu nehmen. Auf diese Weise würde keiner erfahren, dass sich ein Spion hier befand. „Die lieben ihre Freiheit so sehr, dass sie ihre Sicherheit vernachlässigen. Oder denken die vielleicht: Wer nichts zu verstecken hat, muss sich auch vor der Freiheit nicht fürchten?“
Am nächsten Tag, am Sonntag waren die Leute genauso geschäftig, wie an anderen Wochentagen. „Vielleicht sollte man die lieber in die Kirche schicken, um für den Fürsten zu beten und zu hören, wie man moralisch lebt.“ Er ging ein paar Meter, als ihn ein Kind am Arm zerrte. Er drehte sich herum, das Kind drückte ihm sein reich besticktes, seidenes Taschentuch in die Hand, das aus seiner Tasche gefallen war. Schnell steckte er es in seine Jacke. Wie konnte er nur so unvorsichtig sein! Das Wappen darauf hätte ihn verraten können.
Obwohl er keine staatlichen Arbeitskommandos sah, musste er feststellen, dass die Straßen und Parkanlagen sauber und gepflegt waren. Er bemerkte auch nirgendwo ein Schild mit der Aufschrift „Staatliche ….“, „Nationale …..“ oder „Städtische ……“. Sollte hier wirklich alles nur in privaten Händen liegen. Auch auf dem größten Platz in der Hauptstadt gab es nicht einmal einen Galgen oder eine Guillotine. Fehlte es hier an Schwerverbrechern oder half nicht einmal mehr das Mittel der Abschreckung? Diese Welt erschien ihm immer merkwürdiger!
Auf seinem Weg durch die Hauptstadt kam er auch an vielen Gebäuden vorbei, die keine Wohnhäuser oder Geschäfte waren. „Waisenheim“ stand auf einem Schild. In seinem Land machte man daraus Nachwuchs für die Armee, das beste Kanonenfutter. „Schule für alle!“ – las er auf einem anderen. „Was für ein Aberwitz! Die würden dann vielleicht auch noch ein Selbstbewusstsein entwickeln, wären ungehorsam und ließen sich nicht mehr dirigieren.“ „Armenkrankenhaus“ Jetzt wurde es ihm zu viel. Wie konnten die das alles finanzieren? Oder dachten die, dass es sich lohne, auch die weniger qualifizierten Arbeitskräfte gesund zu erhalten, weil sie dann mehr leisten könnten?
Vor einem Amt standen Leute Schlange, darüber eine Aufschrift: „Wahlbüro“. „Um zu wählen, muss man doch zuerst wissen, was man will. Und das wisse doch der Fürst am besten. Ein Führer, ein Staat, ein Land. Der Regierungschef soll ein Diener des Volkes sein?“
Nach einer Woche kehrte er in den Palast zurück. Aber als der Fürst sich von ihm darüber aufklären lassen wollte, warum diese anderen stärker waren, als sein mit einem Willen geführter Staat, wusste er nichts zu antworten, weil er einfach nichts verstanden hatte. Diese Demokratien hatten sogar ihren Nationalismus vergessen und sich verbündet, um ihre Freiheit zu erhalten.

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Friday, 22 January 2016

147) Written by Rainer: rainer.lehrer@yahoo.com
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Ein Gott war gestorben

Als er vor zwanzig Jahren geboren wurde, fing man an, ein Grab für ihn zu bauen. Jedes Mitglied der Gemeinschaft musste an den Arbeiten teilnehmen. Was für eine Organisation, wenn dreißigtausend Leute wie eine Maschine zusammenhelfen! Nach den großen Überschwemmungen des Flusses musste auf den Feldern zuerst gesät werden, dann kamen alle zum Bau zurück, um während der Erntezeit wieder auf den Feldern geschäftig zu sein.
Die Arbeiten begannen früh am Morgen, wenn die Sonne noch nicht so hoch stand, um die Mittagszeit kehrten alle zu ihren Zelten zurück, am Nachmittag ging es dann weiter. Für ihre Verpflegung mussten sie selbst sorgen, jeder opferte sich für den Gott.
In der Wüste gab es keine Steine, sie mussten aus den Bergwerken von weit her auf Schiffen den Fluss hinunter zum Bauplatz gebracht werden. Manchmal fiel so ein tonnenschwerer Steinblock und zerquetschte zehn oder zwanzig Arbeiter unter sich, dann wurde eine neue Gruppe gerufen, nach ein paar Stunden ging es weiter, der gewichtige Block wurde auf das Baugelände gebracht. Um die Toten kümmerten sich die Geier, eine saubere Müllabfuhr, kein Knöchelchen blieb liegen.
Das Ziel war klar, das Grab musste vor dem Tod des unsterblichen Gottes fertig sein. Wenn er länger lebte, wurde ausgebessert und verschönert. Die Pläne für das Innere des Grabes waren geheim, die Architekten und Arbeiter, die an dessen Konstruktion teilnahmen, wurden später getötet, um eine Plünderung zu verhindern.
Manchmal ritt der junge Gott an seinem eigenen Grab vorbei, um die Fortschritte der Arbeiten zu beobachten.
Der Sohn des noch lebenden Gottes wurde geboren, und so begann man sofort mit einem neuen Grab. Ein neuer Gott? War die Welt nicht zu Ende, wenn ein Gott starb? Nun sollte es plötzlich weitergehen?
Der Held unserer Geschichte hieß Schakal. Er war am gleichen Tag geboren, wie der Gott, und deshalb ausgewählt worden, den Gott lebendig in sein Grab zu begleiten, um ihm im Jenseits zu dienen. Während seiner Kindheit passte jeder im Dorf auf ihn auf, und niemand bestrafte ihn, wenn er etwas ausgefressen hatte. In seiner Jugend brachte ihn dann ein Priester weg von seinem Dorf in ein Kloster, wo er auf die kommenden Aufgaben vorbereitet werden sollte. Als er fünfundzwanzig Jahre alt war, starb der unsterbliche Gott und deshalb brachte man unseren Helden mit anderen seinesgleichen auf einem kleinen Schiff den Fluss hinunter, um zusammen mit dem Toten lebendig begraben zu werden.
Der Wasserstand war zu dieser Zeit des Jahres sehr niedrig, deshalb musste das Schiff mehrmals aus Sandbänken befreit werden. Dann wurde der Fluss endlich breiter und man hielt sich in der Mitte. Ruhig plätscherte das Wasser dahin. Diese Sorgenlosigkeit machte auch den Steuermann schläfrig, die Krokodile am Ufer wärmten sich in der Sonne. Als die Blicke unseres Helden so unbekümmert im nassen Element verschwanden, gab es plötzlich einen lauten Krach. Das Schiff war auf ein Riff gelaufen und sank in rasender Schnelle. Dies machte auch die Krokodile aufmerksam, langsam bewegten sie sich ins Wasser. Ein unerwartetes Mittagessen oder eine Gabe Gottes? Die Reisenden sprangen ins Wasser. Aber in welche Richtung sollten sie schwimmen? Von überallher kamen die Hungrigen. Vielleicht hätten viele mehr eine Überlebenschance gehabt, wenn sie zusammen in eine Richtung geflohen wären, weil die Tiere aus dieser Richtung nicht alle Menschen hätten schnappen können.
Als unser Held wieder aufwachte, lag er in einem Boot und hörte Hilferufe und das Schlagen der Paddel, mit denen man versuchte, die aufdringlichen Tiere fernzuhalten. Er kannte diese Leute nicht, die er da sah, wusste nicht, woher sie so plötzlich gekommen waren. Nach ein paar Minuten wurde das Ufer erreicht. Von dem Schiff und seiner Besatzung zeugte nicht die kleinste Spur.
Wer hatte ihn gerettet? Es waren Vogelfreie, die eigentlich das Schiff ausrauben wollten. Jetzt war er ihr Gefangener, er würde für sie arbeiten müssen, bis sie ihn in irgendeiner Siedlung als Sklave verkaufen. Als er ihnen erzählen musste, warum er auf dem Schiff war, fluchten sie fürchterlich, weil die Schätze für die Grabkammer versunken waren, aber fügten gleichzeitig lachend hinzu, dass unser Held Glück gehabt habe, weil er jetzt nicht lebend begraben würde, sondern weiterleben könne. Was diese Gottlosen hier aussprachen, war für ihn unverständlicher Blödsinn. Hatte er sich nicht sein ganzes Leben darauf vorbereitet, dem Herrscher und Gott im Jenseits zu dienen?
Als Gefangener nahm er mit den Gesetzlosen seinen Weg durch den Urwald. Er musste für sie Holz sammeln, Feuer machen und kochen. Nach ein paar Tagen kamen sie zu einem kleinen Kloster, das sie angriffen und ausraubten. Auch einige Gräber fielen ihnen zum Opfer. Sie verkauften die ergatterten Schmuckstücke und Sklaven meist an reiche Wüstennomaden, die mit dem Flussvolk in ständigem Konflikt standen.
Unser Held musste jetzt Kamele hüten und beim Zeltauf- und –abbau helfen. An Flucht war nicht zu denken, weil er alleine in der Wüste umgekommen wäre. Sie zogen von Oase zu Oase. Eigentlich wusste er nicht, wo er war. Und langsam gewöhnte er sich daran, weiterzuleben, erlernte die Sprache und Sitten dieses fremden Volkes, von dem man ihm so viel Schlechtes erzählt hatte.

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Sunday, 17 January 2016

146) Written by Rainer: rainer.lehrer@yahoo.com
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Was ist das größte Problem für die Zukunft Europas?

Nach der Hysterie des Jahres 2015 ist mancher geneigt die Einwanderung großer Massen aus Asien und Afrika nach Europa, und den damit in Verbindung gebrachten, islamistischen Terrorismus zum größten Problemkomplex zu erklären.
Ein kleiner Überblick über die Geschichte Europas des zwanzigsten Jahrhunderts hingegen zeigt sofort, dass hier aus einer Ameise ein Elefant gemacht wurde. Während des ersten Weltkrieges gab es achtunddreißig Millionen Tote und zwanzig Millionen Flüchtlinge, im zweiten Weltkrieg achtzig Millionen Tote und dreißig Millionen Flüchtlinge, im Krieg in Jugoslawien hundertvierzigtausend Tote und vier Millionen Flüchtlinge.
Auch mit dem Terrorismus steht es nicht besser. Angefangen beim Mord des österreichischen Thronfolgers in Sarajewo 1914 über ETA im Baskenland, IRA in Nordirland, die Roten Brigaden in Italien, oder die RAF-Gruppe in Deutschland.
Wie jeder aus dem aufgezählten Sachverhalt erkennen kann, ist es die Aufgabe in Europa ein vereinigtes, liberales Staatsgebilde aufzubauen, um neue, europäische Kriege zu verhindern.
Was waren die Ursachen, oder besser die Gründe dieser drei blutigen Großkonflikte? Nationalismus und Religion, weil diese Denkrichtungen immer zur Unterdrückung anderer Ethnien oder Glaubensgruppen führen.
Geschehnisse, wie der Holocaust, die kein jüdisches, sondern ein europäisches Drama darstellen, weil es im zwanzigsten Jahrhundert noch möglich war, dass so etwas passieren konnte, müssten jedem die Augen öffnen. Der rechtsgerichtete Populismus Le Pens, Jörg Heiders, Orbáns, Katschinskis oder verschiedener, neuer neonazistischer, neofaschistischer Gruppierungen geht unweigerlich auf Intoleranz und Konfrontation verschiedener Ethnien hinaus.
Europa war auch nie einheitlich christlich. Außer protestantischen, katholischen, orthodoxen Richtungen gab es eine Vielfalt von Sekten. Ein großer Teil der Symbole und Feiertage ist heidnischer Herkunft.
Die Spieler/Sportler europäischer zum Beispiel Fußballmannschaften sind größtenteils asiatischer, afrikanischer oder südamerikanischer Abstammung. Europa hat nur dann eine Zukunft, wenn sie auch weiterhin fähig ist, neue kulturelle Einflüsse einzubauen, Ideen und neuen Schwung anderer Ethnien zu integrieren.

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Der reiche Dumme und der arme Wissenschaftler

rD: Du hast den Ruf, viel zu wissen. Erkläre mir bitte, warum ich sehe, dass die Sonne im Osten auf und im Westen untergeht.
aW: Die Erde dreht sich um ihre eigene Achse, aber weil du auf der Erde stehst und nicht merkst, wie du dich mit ihr bewegst, scheint es dir, als ob die Sonne sich bewegen würde.
rD: Das ist sehr interessant. Ich habe vor ein paar Jahren über meinen Schwager vom König das Recht erhalten, alle Hotels in der Stadt zu betreiben. Und seit dieser Zeit warte ich immer darauf, dass die Sonne untergeht, weil sich dann die Kassen in meinen Hotels füllen.
aW: Ich weiß, ich bin dein Buchhalter, zähle dein Geld, trage die Beträge in die Bücher ein und sage dir, wie hoch die Ausgaben sind, oder wieviel Geld für dich in der Kasse bleibt.
rD: Und wie kommt das Getreide in meine Mühlen, für deren Betrieb ich das Recht beim Fürsten kaufte?
aW: Aus jedem Kern und Korn entspringt ein Spross, der sich dann vom Wasser, Boden und Sonnenlicht ernährt.
rD: Du möchtest also sagen, dass ich mich auch darüber freuen soll, wenn die Sonne scheint!
aW: Natürlich!
rD: Wir sind das Beste, was Gott geschaffen hat und befinden uns deshalb im Mittelpunkt der Welt. Alles kreist um uns. Auch die menschliche Gesellschaft hat Gott so eingerichtet. Im Mittelpunkt stehen der König und die geistlichen Würdenträger, dann kommt der Adel, später die von der Gnade des Fürsten erhobenen Geschäftsleute, wie ich. Die nächste Runde bilden vielleicht solche ärmlichen Wisser, wie du. Ganz am Rand haben wir die dummen Bauern und Schweinehirten.
aW: Entschuldigung! Ich muss dich korrigieren. Die Sonne ist der Mittelpunkt und die Erde kreist fast in am Rand, ist außerdem ziemlich klein.
rD: Das kann nicht sein! Gott habe sein bestes Werk, den Menschen in der Abstellkammer vergessen. Am Ende wirst du Einfallspinsel mir noch behaupten, das Gott nichts geschöpft habe, dass es ihn überhaupt nicht gebe, dass wir Demokratie brauchen. Eine Volksregierung ist immer schwach, das Land benötigt eine starke Hand. Da waren die Griechen, die sich zerstritten, dann kamen die Römer und schufen ein Weltreich.
aW: Ging es wohl dem kleinen Mann bei den Kaisern besser, als bei den freien Griechen?
rD: Frei? Die kleinen Leute, wie du sie nennst, der Pöbel! Sie haben keine Kultur und benehmen sich wie Zigeuner. Sie brauchen einen Führer, sonst können sie keine Kriege gewinnen. In den Geschichtsbüchern gibt es Bauern nur als Soldaten und Weiber nur als Ehefrau und Mutter. Wehe dem Tag, an dem Gott verleugnet und der König geköpft wird, dann beginnt das Chaos. Deshalb müssen wir, die Elite und die Kirche darauf achten, den heutigen Zustand zu bewahren.

Anhang: Lieber Leser, der du in der Zukunft und in Demokratie lebst, beurteile selbst, wo du lieber leben würdest! In der alten Ordnung? Oder im modernen Chaos?

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Saturday, 2 January 2016

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Die Strafe der Götter

Er hatte sie alle in seine Hauptstadt gerufen. Nomaden aus den Steppen brachten Teppiche und kräftige Kamele, die Bergbewohner kostbare Steine, Erze und Salze aus ihren Bergwerken, die Fischer aus den Meerregionen Muscheln und Fische, die Handwerker aus den Städten ihre Produkte und die Händler Waren und Sklaven aus China, Indien, Ägypten und Griechenland.
Der griechische Sklave war athletisch gebaut und wurde mit Hilfe eines Dolmetschers über sein Land befragt. Seine Stimme klang rein und überhaupt nicht unterwürfig.
Er war bei einem Kriegszug erbeutet und in die Hauptstadt gebracht worden. Als er erzählte, dass es dort keinen König gebe und die Götter kritisiert werden, brachte man ihn schnell in einen Nebensaal, damit der König ihn nur im Beisein des Dolmetschers verhören konnte. Es gebe zwar auch dort Sklaven, aber die Einheimischen seien alle gleichberechtigt und nähmen an den Versammlungen teil, um über wichtige Angelegenheiten der Stadtgemeinschaft zu entscheiden. „Was für ein seltsames Land!“ – dachte der König bei sich. – „Aber ich bin sicher, dass die Sonne auch bei ihnen im Osten auf und im Westen untergeht und nicht die Erde sich dreht. Wollen diese Griechen vielleicht am Ende noch behaupten, dass die Erde eine Kugel sei. Und dazu kritisieren sie auch noch ihre Götter. Wie kann man denn höhere Mächte und Götter verleumden?“ Als er so bei sich nachdachte, kam ihm die Idee, man müsste doch dieses Land erobern, weil eine Gemeinschaft ohne Führer schwach ist, und ihnen dann zeigen, wer der Herr auf Erden ist. Er rief seinen militärischen Stab zusammen, um ihm zu befehlen, die Pläne für diesen Kriegszug auszuarbeiten.
Nach mehreren Monaten setzte sich der Zug in Bewegung. Von weitem sah es aus, als wären es Millionen Kämpfer. Sie bedeckten den Boden, wie die Heuschreckenplage. Das Wetter war schlecht, ein garstiger Wind schlug ihnen ins Gesicht. Der König ließ mit Peitschen den Wind schlagen. Auch der Wind sollte sich ihm beugen. Dann kamen sie ans Meer und bauten eine Brücke aus Schiffen. Ein großer Sturm zog herauf und zerstörte die Brücke. Wieder ließ der König die Peitschen sprechen, um das Meer zu bestrafen. Dreihundert Schläge für das ungebändigte Element. Endlich hatten sie übergesetzt und in einer langen Schlange wanderte das riesige Heer an der Küste entlang.
An einer Stelle mit warmen Quellen standen ihnen plötzlich dreihundert Spartaner gegenüber. „Was wollen denn die?“ – fragte sich der König über hunderte Völker und Heerführer über hundertfünfzigtausend Krieger. Er gab den Befehl zum Angriff. Immer wieder stürmten seine Soldaten gegen dieses Häufchen Standhaltender. In sechs Reihen stellten sie sich auf. Wenn der Vorderste seine Kräfte aufgebraucht hatte oder verwundet war, ging er nach hinten, oder wenn er gefallen war, nahm der Nächste seinen Platz ein. Der König dachte schon, dass diese dreihundert Verteidiger schlimmer seien, als das Meer und der Wind. Sie ließen sich nicht einmal auspeitschen. Die ganze Gruppe musste umgangen werden. So schickte der Herrscher ein paar tausend Leute in die Berge, um dann im Rücken der Spartaner zu erscheinen. Dem Druck von zwei Seiten konnten die Tapferen nicht mehr widerstehen.
Aber die Perser mussten sich die Frage stellen, was für ein Geist diese Leute trieb, auch ihr Leben für etwas zu opfern, was sie Freiheit nannten. Und was würde wohl noch kommen? Es war anders als in Kleinasien und Persien, nicht nur bergig, sondern auch die Bevölkerung und der Widerstand waren besser organisiert. Bei jedem Bergpass machte man die gleiche Erfahrung. Eine kleine Gruppe von Kriegern versperrte den Asiaten den Weg. Man musste es über das Meer versuchen.
Große Galeeren wurden mit vielen Kämpfern und Kriegsmaterial beladen und fuhren nun ungestört am Ufer entlang. Die zahlreichen Inseln und Buchten boten Schutz vor Unwetter und hohem Wellengang. Die Schiffe waren überladen und nur schwer manövrierbar. Und da geschah es dann, plötzlich waren sie da, kleine, griechische, wendige Boote mit Rammböcken fuhren gerade in die großen Galeeren hinein und schlugen große Lecks. Ohne viel Kampf versank ein persisches nach dem anderen. Kaum konnte sich der König aus der Falle retten.
Vielleicht waren ein Teil der Götter einfach freiheitsliebend!

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Kleinere Schriften IV

Im Marienland
Ein Vogel flog flach über dem Wasser, um sich am Ufer niederzulassen. Er stocherte in diesem und jenem Loch, suchte nach essbarem Kleingetier. Nach einiger Zeit fand er unter einem Stein einen kleinen Krebs. Umsonst probierte er sich aus dem Schnabel des Vogels zu befreien, das viele Zappeln half nichts. Aber als der Vogel ihn hinunterschlucken wollte, rief der kleine Krebs: „Halt!“ Der Vogel hielt inne und betrachtete den Krebs genauer.
-       Warum soll ich warten?
-       Hast du es nicht gehört?
-       Was soll ich denn vernommen und nicht beachtet haben?
-       Heute ist doch Sonntag!
-       Ja, heute ist Sonntag. Ich hörte die Kirchenglocken und sah, wie sich die Menschen in das Haus Gottes begaben.
-       Genau! Und in welchem Land leben wir?
-       Das ist das Ungarnland.
-       Sehr richtig! Das Regierungsoberhaupt Orbán hat angeordnet, dass am Sonntag alle Geschäfte geschlossen werden.
-       Aber nicht die Parteitreuen!
-       Glaubst du nicht an Gott? Bist du kein Christ?
-       Nein, ich bin liberal! Aber eines habe ich auch mit diesen Scheinchristen gemein.
-       Und was wäre dies?
-       Wir alle essen auch am Sonntag!
Und mit diesen Worten verschluckte er den Krebs.


Motivation!
Ich bin (nicht) motiviert.
Etwas motiviert mich (nicht).
Der Lehrer muss seine Schüler motivieren.
Der Vorgesetzte muss seine Mitarbeiter motivieren.
Wenn der Detektiv das Motiv des Verbrechers kennt, ist es leichter ihn zu fangen.
Was ist ein Motiv? Könnte es nicht mit dem deutschen Wort „Ziel“ umschrieben werden? Wenn wir also von anderen erwarten, motiviert zu werden, lassen wir uns Ziele geben, lassen uns sozusagen von anderen führen, gestehen unsere Unselbständigkeit und Unmündigkeit ein.



Ein Schriftsteller!
-       Ohne Papier schreibt zuerst auf seine Hand und zuletzt auf sein Hemd.
-       Ohne Stift schreibt mit einem Stock in den Sand.
-       Ohne Ideen sitzt auf einem Stein, Bein über Bein.



Wie bleibt man jung?
-       Plastische Schönheitseingriffe
-       Kosmetiker
-       Medizinische Eingriffe (z.B. Blutaustausch)
-       Viele, viele Pillen
Können wir wirklich jung bleiben? – Natürlich nicht.
Aber wir können uns körperlich und geistig fit halten und bis ins hohe Alter leistungsfähig bleiben. – Also Sport treiben und gesund essen!
Und für den Kopf?
-       Offen bleiben für Neues
-       Junge Leute treffen, ihnen zuhören
-       Das Gehirn auf verschiedenste Weise belasten: Schach spielen, neues Fachwissen lernen, Musik machen, lesen und viel nachdenken.

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